Nicht günstig, aber gut Das "Little Daruma" in der Altstadt: Schaukeln in Japan

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Diese Rollen heißen Temaki – der Testerin schmeckt’s. Foto: min

Im Little Daruma in der Altstadt kann man Gewickeltes essen – man braucht aber viel, um davon auch wirklich satt zu werden.

 

Altstadt - Auf einer Schaukel zu sitzen, ist eine vergnügliche Art, die Mittagspause zu verbringen. Im neuen Little Daruma zwischen Gärtnerplatz und Viktualienmarkt hängen am hellen Holz vier Schaukeln herunter und auch wenn nicht viel Platz ist, wippt es sich angenehm zu japanischen Snacks.

Der kleine Imbiss hat sich auf die japanischen Temaki spezialisiert, die Sushi ähneln: Nur werden hier Algenblatt, Reis und Füllung zu einer großen Spitztüte geformt. Ein Temaki kostet 5,90 Euro, drei braucht’s schon zum Sattwerden.

Wir wählen das Mittagsangebot mit einer in dieser Kälte sehr wohltuenden Misosuppe und zwei Temaki nach Wahl für 11,90 Euro. Eines mit Aal, japanischer Schwarzwurzel, Shiso, Unagi-Soße, Crunchies und Sesam. Shiso ist eine Pflanze, die leicht an Minze erinnert und Unagi-Soße aus Aal, süßem Reiswein und Sake. Wer hier nach Sojasoße zum reindippen fragt, ist ein Banause.

Verwunderlich: Grüntee im To-Go-Becher

Die Veggie-Variante ist mit Ei, Avocado, Salat, Trüffel-Pfeffer-Soße (uuuuh, ja!) und getrockneten Algen, dazu wird fröhlich mit der Schaukel gewippt. Wer sich gerne die Zutatenliste erklären lässt oder mit der japanischen Küche vertraut ist, kann sich auch selbst Temaki zusammenstellen.

Allein der Kana Cha, ein Grüntee (2,90 Euro), lässt uns ratlos zurück: Warum wird er im To-Go-Becher serviert? "Wir haben keine Tassen", ist die Antwort und man muss sich fragen, wie schwer es sein kann, Tassen zu kaufen. Da hilft’s nicht, dass der Becher aus Zuckerrohr statt Plastik ist – weggeworfen wird er so und so.

Mit 14,80 Euro ist das kein Mittagessen, dass sich eine einfache Zeitungsredakteurin jeden Tag leistet, aber wenn mal wieder Freitag ist und der Abend sowieso auf dem Sofa verbracht wird, kann man sich das schon gönnen. Denn gelungen sind die Gigasushis auf jeden Fall. Kein Wunder, Chef Marco Kühnhold hat im Restaurant Matsuhsa im Mandarin Oriental gelernt.

 

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