Neuzugang glänzt beim Supercup Sebastian Rudy: Der Schwarzwald-Xabi

Souveräner Ballverteiler: Bayerns Sebastian Rudy (l.) gegen den Dortmunder Christian Pulisic. Foto: dpa

Sebastian Rudy ist beim Supercup-Sieg einer der besten Bayern. Schnappt er sich die Alonso-Rolle? "Ich werde mein Spiel weiter durchziehen."

 

München - So schnell kann’s gehen. Erstes Pflichtspiel für Bayern, erster Titel. Danke, Herr Reschke! Sebastian Rudy reckte den Supercup vor der Fankurve in die Höhe, feierte den Erfolg nach Elfmeterschießen.

Kaderplaner Michael Reschke, der den FC Bayern nach drei Jahren wieder verlässt und ab 1. Oktober als Sportdirektor beim VfB Stuttgart arbeiten wird, hat seinen mittlerweile Ex-Bossen Rudy schmackhaft gemacht. Der 27-Jährige wechselte ablösefrei aus Hoffenheim nach München. Und schon im ersten Pflichtspiel, nach nur einer Woche Training infolge des Extra-Urlaubs nach dem Confed Cup, überzeugte der Mittelfeldspieler.

Trainer Carlo Ancelotti hatte auf die Spielweise der Vorbereitung reagiert und auf ein 4-4-2-System umgestellt. In der Mittelfeldreihe agierte rechts 41,5-Millionen-Euro-Mann Corentin Tolisso, bemüht aber noch etwas zaghaft und umständlich, daneben Rudy und der Grätsch-König Arturo Vidal, links etwas zurückgezogen Franck Ribéry. Der Plan ging auf. Rudy spielte überlegt, ruhig, agierte mit Übersicht, verteilte Bälle, stopfte Löcher. Er, der Nationalspieler mit nun auch schon 20 Länderspielen aus Villingen-Schwenningen. Ein Ersatz für Xabi Alonso, den zurückgetretenen Mittelfeld-Souverän? Erste Diagnose: Kann was werden mit Bayerns neuem Schwarzwald-Xabi.

Beide Bayern-Tore leitete Rudy ein, den Treffer zum 1:1 von Robert Lewandowski per Top-Vorlage auf Flankengeber Joshua Kimmich, den späten Ausgleich durch einen klug gechippten Freistoß. Im Elfmeterschießen blieb Rudy cool, verwandelte hart und platziert. Tore erzielt er selten, die Organisation ist seine Aufgabe. "Ich bin ein Spieler, der gerne am Ball ist, der seinen Mitspielern hilft und das wollte ich heute zeigen", sagte Rudy in Dortmund. Neun Tage erst ist Rudy in München. "Ich habe mich von Anfang an wohl gefühlt, bin sehr gut aufgenommen worden", erzählt er. Was der Unterschied sei zum beschaulichen Hoffenheim und den sieben Jahren (210 Bundesligaspiele), die er bei der TSG spielte? "Bei Bayern ist es komplett anders als in Hoffenheim, weil man in jedes Spiel als Favorit rein geht und dem dann gerecht werden muss."

Den Transfer von Rudy hatten viele Fans belächelt, manche Experten bezweifelt, er könne sich in Bayerns Starensemble keinen Platz ergattern. Einer wie Sebastian Rode – loyal und fleißig, ein reiner Ergänzungsspieler und "Mentalitätsmonster", wie Matthias Sammer zu sagen beliebte. Für Ex-Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld wurde durch die Transfers "eine Konkurrenzsituation im Kader geschaffen", man habe sich "in der Breite sehr gut aufgestellt. Nicht nur mit Tolisso und James, auch mit Süle und Rudy, die nicht spektakulär spielen, aber sehr gute Verstärkungen sind."

Für die zwei Positionen im zentralen Mittelfeld sind eigentlich Thiago und Vidal vorgesehen, doch Rudy wird auf viel Spielzeit kommen – und könnte sich mit seiner ruhigen Art dennoch durchsetzen. Ein Leisetreter? "Die meisten haben schon gemerkt, dass ich auf dem Platz auch anders kann. Wir brauchen ohnehin verschiedene Spielertypen", sagte er in Bild. Rudy weiter: "Ich werde mich nicht verändern, dafür mein Spiel weiter durchziehen. Das werde ich auch bei Bayern tun. Und ich möchte mich vor allem weiterentwickeln."

Von Toni Kroos habe er sich einiges abgeschaut bei der Nationalelf, sagt er. Und mit dem Sammeln der Titel auch schon begonnen.

 

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