Neuer und Co. Das sind die Gewinner und Verlierer der Länderspiele

Gnabry (großes Foto), Neuer, Kimmich und Gündogan (sportlich) gehören zu den Gewinnern der Länderspiele – ter Stegen, Can, Gündogan (nicht-sportlich) und Stark zu den Verlierern. Foto: dpa (4), firo/Augenklick (2), GES/Augenklick (2)

Für Bundestrainer Löw waren die Länderspiele gegen Argentinien und Estland sehr aufschlussreich. Wer hat sich im Hinblick auf die EM 2020 in den Vordergrund gespielt – und wessen Chancen sind im Sinkflug?

 

München - Bundestrainer Joachim Löw übte sich nach dem aufregenden Tag in Tallinn erst einmal in bemerkenswert pragmatischem Realismus: "Wir haben drei Treffer erzielt, kein Tor kassiert und drei Punkte eingefahren." Das war das Mindestziel beim 3:0 im EM-Qualifikationsspiel gegen Estland, den 102. der Fifa-Weltrangliste.

Für die Teilnahme an der EM 2020 sieht der Bundestrainer keine Gefahr nach dem fünften Erfolg im sechsten Spiel (gegen Holland verlor man daheim 2:4). "Wir müssen und werden die beiden letzten Spiele gewinnen und uns qualifizieren."

Gegen Weißrussland (16. November in Mönchengladbach) und Nordirland (19. November in Frankfurt). Vor dem 3:0 gegen die Esten hatte man sich freundschaftlich mit Argentinien gemessen – und ein 2:2 erreicht. Mit einer sehr guten ersten und einer schwächeren zweiten Halbzeit.

Wer sind die Gewinner und Verlierer des Länderspiel-Doppelpacks im Oktober?

Gewinner: Manuel Neuer

Durfte im wichtigeren EM-Qualifikationsspiel ran, der Nationaltorhüter und Bayerb-Keeper betonte, dass es da ja um Punkte geht. Bekam gegen die Esten mehr zu tun als vorher erwartet, hielt seinen Kasten in den kniffligen Auswärtsspielen der Quali (jeweils 2:0 in Weißrussland und Nordirland) sauber.

Nach dem Estland-Spiel tätschelte ihm Löw während eines Interviews am Nacken, sagte: "Gut gemacht, Manuel." Der Torwart grinste, er ist die klare Nummer eins.

Gewinner: Serge Gnabry

Mit jeder Löw-Pressekonferenz steigt Wert und Ansehen des Bayern-Stürmers. Gerade weil er nach seiner Gala samt Traumtor gegen Argentinien in Tallinn kurzfristig verletzt ausfiel (muskuläre Probleme), wurde offensichtlich, wie sehr der 24-Jährige gebraucht wird.

"Wenn er fit ist, muss er auf dem Platz stehen", sagte Löw, "Serge hat alle Veranlagungen, um auf allerhöchstem Niveau zu spielen."

Gewinner: Ilkay Gündogan

Rein sportlich zeigte der Mittelfeldspieler gegen Estland in Abwesenheit von Toni Kroos eine starke Leistung, entschied die Partie dank der beiden abgefälschten Schüsse zur 2:0-Führung.

Drei Torbeteiligungen und 180 Ballaktionen hatte der Profi von Manchester City im DFBTrikot noch nie. Hat seinen Platz im EM-Kader sicher – sportlich gesehen.

Gewinner: Joshua Kimmich

Der Bayern- Star kann einfach alles. Gegen Argentinien Sechser, in Tallinn nach Emre Cans Platzverweis in die Viererkette zurückbeordert. Neuland? Kein Problem. Geht auch.

Der 24-jährige Bayern-Profi, gegen Argentinien Kapitän, ist einer der Meinungsführer und Leader im Team – unersetzlich.

Verlierer: Marc-André ter Stegen

Hielt beim 2:2 gegen Argentinien, was zu halten war, bei den Gegentreffern machtlos. Verhielt sich gegenüber Neuer korrekt und kollegial. "Im zwischenmenschlichen Bereich gibt es überhaupt keine Probleme", sagte Löw, "sie gehen gut miteinander um."

Fraglich, ob der Weltklasse-Torhüter vom FC Barcelona in den November-Länderspielen (zwei Mal Quali) eine weitere Chance bekommt.

Verlierer: Ilkay Gündogan

Nach dem Wirbel um seinen pro-türkischen und den Krieg gegen Syrien unterstützenden Like stellte er klar: "Emre Can und ich sind beide gegen jeglichen Terror und Krieg."

Da war das Kind aber bereits in den Brunnen gefallen. Die Frage wird sein, wie sehr es beiden Spielern in der öffentlichen Diskussion schadet.

Verlierer: Emre Can

Schnellstes Rot der Länderspiel-Geschichte für den Juventus-Profi, der nach 14 Minuten per Grätsche am Strafraum die Notbremse zog. "Meine Schuld", bekannte Can, der nun für mindestens ein Quali-Spiel gesperrt wird – eher zwei.

Damit ist das Länderspiel-Jahr nach seinem überraschenden Comeback und der ansprechenden Leistung in der Dreierkette gegen Argentinien schon wieder gelaufen. Und dann war da noch der Like...

Verlierer: Niklas Stark

Acht vergebliche Anläufe auf sein Länderspiel-Debüt. Der Innenverteidiger von Hertha BSC bleibt der Pechvogel der Nationalelf. Sechs Mal wurde er nach einer Berufung nicht eingewechselt.

Als er von Löw für die Argentinien-Partie eingeplant war, fing er sich einen Magen-Darm-Infekt ein. Davon genesen stieß er sich im Hotel an einer Tischkante: Die Wunde musste genäht werden – Abreise.

Lesen Sie hier die Einzelkritik zum DFB-Auftritt in Estland

 

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