Neuer Sicherheitsdienst Nach den Krawallen: Die AZ zu Besuch im Michaelibad

In Berlin gibt's das schon länger – und jetzt auch in München: Security-Streife im Freibad. Foto: Paul Zinken/dpa

Die Stadtwerke München reagieren mit neuen Maßnahmen auf den Ärger im Michaelibad. Die AZ erklärt sie – und war am Montag vor Ort.

 

München - Die Frühschwimmer sind schon fertig und gehen gerade, vielleicht zwei Dutzend Radl stehen am Radlständer vor dem Eingang. Keine Warteschlange, kein Anstehen. Und das in den Ferien. Vielleicht liegt's daran, dass die Sonne immer wieder hinter dicken Wolken verschwindet. Im Schwimmerbecken gibt's kein Gedränge, auf den Liegewiesen ist wenig los.

Einige Mütter und Väter schauen ihren Zwergerln im Babybecken beim Planschen zu. Beachvolleyballfeld, Tischtennisplatten sind leer. Alles ruhig im Michaelibad im Münchner Osten.

Nur eines ist anders – neben den Bademeistern in ihren knallig-türkisen Polohemden spazieren noch andere Herren - und eine Dame - ganz in Schwarz die Wege durch die Anlage auf und ab. Auf ihren Shirts steht gut sichtbar in Weiß "Security".

Ärger im Michaelibad: Fünf Mal rückten Streifen an

Nach den Vorfällen vom Pfingstwochenende im Bad haben die Stadtwerke die Sicherheitsvorkehrungen verschärft. Eine größere Gruppe Jugendlicher, die Polizei sprach von bis zu 50, hatte zunächst untereinander herumgepöbelt und provoziert, laut Musik gehört. Badegäste fühlten sich gestört, der Schwimmmeister rief die Polizei.

Fünf Mal rückten Streifen an. Mehrere Teenager wurden des Bades verwiesen. Gegen einige wird wegen Körperverletzung und Landfriedensbruch ermittelt. Am vergangenen Wochenende war es dagegen ruhig im Michaelibad.

Polizisten standen am Eingang und am Aufgang der U-Bahnstation und kontrollierten. Die gut sichtbare Präsenz der Beamten schreckte Krawallmacher offensichtlich ab. Auch im Bad waren Beamte in zivil, die die Situation auf den Liegewiesen beobachteten.

30 Jugendliche machten Randale im Ungererbad

Im Ungererbad hatte es am Freitag Ärger gegeben. Zeugen berichteten von etwa 30 Jugendlichen, die untereinander Streit gesucht hätten, einige sollen sich geprügelt haben. Seit dieser Saison haben Jugendliche unter 18 Jahren in den Münchner Freibädern freien Eintritt.

Manche scheinen das großzügige Freizeitangebot von OB Dieter Reiter (SPD) und Bürgermeister Manuel Pretzl (CSU) gründlich missverstanden zu haben. Um die Sicherheit in den Freibädern zu gewährleisten, haben die Stadtwerke den privaten Sicherheitsdienst engagiert.

SWM reagieren: 24 Security-Mitarbeiter im Schichtdienst

Nach AZ-Informationen sollen insgesamt 24 Securitys im Schichtdienst eingesetzt werden, darunter zwei im Dantebad und die vier im Michaelibad, die man am Montag schon patrouillieren sieht. Die Frage, wer die zusätzlichen Kosten für den Sicherheitsdienst trägt, ist noch nicht geklärt.

Die Bademeister werden keine Aufgaben der Security übernehmen. "Unser Personal ist gut ausgebildet für Kundenkontakt. Grundsätzlich ist unsere Haltung, dass wir unsere Badegäste als Gäste ansehen", heißt es von den Stadtwerken auf AZ-Nachfrage.

Stadtwerke führen "Sommerbäderpass" ein

Die Polizei wird auch in den kommenden Wochen die Sicherheitslage in Freibädern, Seen und an der Isar genau im Auge behalten. Permanente Streifen an den Eingängen soll es aber nicht geben. Die Stadtwerke reagieren mit noch einer weiteren Maßnahme: Noch in dieser Woche führen sie den sogenannten "Sommerbäderpass" ein.

Das Formular für den Pass gibt's an den Bäder-Kassen und im SWM-Shop am Marienplatz. Gegen Vorlage eines Schüler- oder Personalausweises wird er kostenlos ausgestellt. Er gilt die ganze Saison und berechtigt einmal am Tag zum kostenlosen Besuch eines der acht Sommerbäder.

Ohne den Pass beziehungsweise bei einem weiteren Besuch am gleichen Tag gilt der reguläre Eintrittspreis, so ein SWM-Sprecher. Ab diesen Freitag kommen Teenager unter 18 Jahren kostenlos nur mehr mit "Sommerpass" in die Bäder.

Lesen Sie hier: Seen um München - zwölf schöne Badeplätze für den Sommer

 

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