Neue Statue in Schwabing Helmut Dietl: Ein Stammplatz neben dem Monaco Franze

, aktualisiert am 07.03.2018 - 17:14 Uhr
Der Monaco Franze an seinem Tisch an der Münchner Freiheit. Es ist, als warte er bloß, dass sich der Dietl endlich zu ihm setzt. Foto: ho

Vor dem Café Münchner Freiheit könnte bald eine zweite Statue stehen – für den verstorbenen Schwabinger Regisseur. Im Viertel hat die Idee viele Unterstützer.

 

München - "Monaco Franze", "Kir Royal", "Rossini", "Der ganz normale Wahnsinnn" – mit seinen Fernsehserien und Filmen prägte Regisseur Helmut Dietl seit den 70er Jahren das Bild von München.

Große Teile davon spielen in Schwabing. Kein Wunder, Helmut Dietl ging dort zur Schule und lebte bis zuletzt im Viertel. Mehr Schwabing als Dietl geht eigentlich nicht. Auch seine Serien-Kult-Figur Franz Münchinger, den legendären Monaco Franze, hatte er dort angesiedelt.

Schauspieler Helmut Fischer († 1997), der den Monaco verkörpert hat, ist mit einer Skulptur am Café Münchner Freiheit verewigt. Seit 20 Jahren sitzt er dort in Bronze und blinzelt in die Sonne. Geht es nach dem Bezirksauschuss Schwabing-Freimann wird sich sein langjähriger Regisseur und Freund Helmut Dietl schon bald zu ihm gesellen.

Schon seit Jahren wird immer wieder darüber geredet, im Viertel einen Platz oder eine Straße nach Dietl zu benennen. Dies plant die Stadt tatsächlich, allerdings an ganz anderer Stelle, nämlich im neuen Werksviertel hinterm Ostbahnhof.

Der Bildhauer Nikolai Tregor soll die Statue bauen

Schwabing möchte aber seine Dietl-Ehrung, im Plenum des Bezirksausschusses (BA) entstand deshalb die Idee, an geeigneter Stelle im Viertel eine Statue für den Regisseur zu errichten. Und welche könnte da besser sein als neben Helmut Fischer? Ein entsprechendes Schreiben des BA an die Stadt ging gerade raus.

"Ob die Skulptur dann daneben steht oder die beiden dort zusammen sitzen, das überlassen wir der künstlerischen Freiheit", sagt der BA-Vorsitzende Werner Lederer-Piloty (SPD). Denn wer die Statue anfertigen soll, wäre für ihn auch schon klar: Der Münchner Bildhauer Nikolai Tregor, der eben auch schon die Helmut-Fischer-Plastik angefertigt hat.

Und wenn die Stadt nicht mitmacht? "Dann würden wir das auch so stemmen", gibt sich der BA-Chef kämpferisch. Man habe ja große Player im Viertel, die vielleicht beispringen, aber auch für kleinere Gewerbe könnte es interessant sein, sich zu beteiligen.

Lederer-Piloty ist klar, dass ein solches Kunstwerk nicht günstig hergeht. "Das ist sicher nicht unter 20 oder 30.000 Euro zu bekommen", schätzt er, "denn das ist ja ein Bronzeguss."

Die Unterstützung der Familie Eisenrieder, die das Café Münchner Freiheit betreibt, hat er jedenfalls bereits eingeholt. Und auch der BA würde aus seinem Budget etwas beisteuern.

"Ein fünfstelliger Betrag wäre schon möglich", schätzt Lederer-Piloty spontan. "Das wäre dann ein schöner Grundsockel für einen Entwurf und das Künstlerhonorar: "Wir Schwabinger schaffen das."


Denkmal am Stammplatz

Die Skulptur von Helmut Fischer an der Münchner Freiheit wurde von dem Bildhauer Nikolai Tregor gefertigt. Der gebürtige Schweizer (Jahrgang 1946) lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in München.

Die Bronze-Skulptur wurde 1998 dort aufgestellt, Fischer war jahrzehntelang Stammgast im dortigen Café. Die Skulptur wurde nach Fotos gestaltet, Tregor soll den Kopf fünf Mal modelliert und wieder zerstört haben, bis er ihm gefiel.

Tregors Arbeiten sind in ganz München zu finden: Auch die Büsten von Sophie Scholl in der LMU, Franz Josef Strauß in der Staatskanzlei und August Everding im Gasteig stammen von ihm.

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