Neue Auto-Studie Die Zukunft ist elektrisch

Deutschland hinkt bei der Elektromobilität im internationalen Vergleich hinterher. Speziell bei der Batterie-Technologie droht Deutschland den Anschluss zu verlieren. Foto: Bosch

Neue Studie prognostiziert einen Boom bei der E-Mobilität – doch den deutschen Herstellern droht eine massive Abhängigkeit von asiatischen Batterieproduzenten.

 

Limburg - Wie wird sich die nach wie vor alternative Mobilität in den nächsten Jahren entwickeln? Was wird aus dem ambitionierten Elektrifizierungs-Programm der Bundesregierung? Das sind Fragen, denen die Analysten von JATO Dynamics aus Limburg in ihrer jüngsten Zukunftsstudie nachgegangen sind. Ihre Antworten dürften der deutschen Industrie nicht alle gefallen.

„Die Elektromobilität in Deutschland steckt im Vergleich mit anderen Ländern noch immer in den Anfängen“, heißt es bei JATO. 2015 wurden zwar erstmals mehr als 10 000 Elektrofahrzeuge verkauft. Ihr Marktanteil liegt damit aber immer noch bei mickrigen 1,1 Prozent. In Ländern mit staatlichen Förderprogrammen wie Norwegen sind es über 30 Prozent und in den Niederlanden knapp sechs Prozent. Weltweit lag 2015 das Volumen bei gerade mal rund 440 000 Elektrofahrzeugen.
Doch die Zukunft fährt elektrisch, das zeigen die Prognosen: Bis 2020 erwarten die Analysten ein massives Wachstum auf zehn Millionen Elektrofahrzeuge weltweit. Die derzeit geringe Kaufbereitschaft, die das Ziel der Bundesregierung von einer Million E-Mobile auf Deutschlands Straßen bis zum Jahr 2020 als wenig realistisch erscheinen ließ, dürfte auch wegen der Debatte um Diesel, Volkswagen und Schadstoffemissionen in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.

Doch angesichts des Rückstands der deutschen Auto-Industrie bei der Batterie-Technologie droht Deutschland bei diesem Thema abhängig von asiatischen Herstellern zu werden. „Die größten Produzenten von Batteriezellen stammen aus Fernost“, so die JATO-Studie. Firmen wie Samsung, LG oder Panasonic nutzen ihre Größe, weil sie auch die Energiespeicher für Smartphones, Laptops und Tablets produzieren. Der E-Auto-Pionier Tesla baut in den USA mit Panasonic die bislang größte Zellfertigung der Welt auf, die 2017 starten soll. Die Analysten warnen: „Es besteht die Gefahr, dass nicht Deutschland der Leitmarkt für Elektromobilität sein wird, sondern möglicherweise China.“ Nicht zuletzt deshalb werde vermehrt gefordert, Kaufanreize für Elektroautos in Deutschland zu schaffen.

 

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