Nachfolger für das bnm Restaurant Alle reißen sich ums Nationalmuseum

Das Bayerische Nationalmuseum in der Prinzregentenstraße: Das Lokal befindet sich etwas versteckt im Westflügel (links). Foto: AZ-Archiv

Die jetzigen Betreiber des Gourmet-Lokals im BNM hören auf. Es ist eines der schönsten Gastro-Objekte in der Stadt, das der Freistaat jetzt ausschreibt – die Wirte stehen Schlange.

Der Kampf um eines der schönsten Münchner Gastronomie-Objekte ist eröffnet. An Bewerbern für das Restaurant im Bayerischen Nationalmuseum, für das BNM, scheint es nicht zu mangeln. Fest steht: Die Makler stehen Schlange, Gastro-Kollegen und mögliche Nachfolger geben sich im BNM die Klinke in die Hand.

Wie die AZ gestern exklusiv berichtete, hört das bisherige Erfolgsquartett Ende des Jahres auf, um sich „gemeinsam ein größeres Objekt zu suchen“. Fristgerecht zum 31. Dezember hat das aus den Münchner Gastro-Profis Martin Kolonko und Hermann Zimmerer (Forum, Wirtshaus zur Brez’n etc.) sowie den Spitzenköchen André Wöhner und Mike Emmerz bestehende BNM-Team gekündigt. Wie es 2017 mit dem Feinschmecker-Lokal weitergeht, steht in den Sternen.

Gesucht wird „ein flexibler, innovativer Betreiber“ - der Name soll erhalten bleiben

Der Freistaat will die schmucken Räumlichkeiten im Westflügel des imposanten Museumsgebäudes an der Prinzregentenstraße auf jeden Fall wieder verpachten. Inzwischen gibt es von der „Immobilien Freistaat Bayern“ auch ein Exposé für die freiwerdende Gastro-Perle im ausgebauten Kreuzgewölbe.

Gesucht wird „ein flexibler, innovativer Betreiber“ für das Restaurant samt Terrasse, „das Museumsbesuchern aber auch Nicht-Museumsbesuchern eine attraktive Möglichkeit des Erholens bieten soll“. Als Anreiz gibt es auch Zahlen: „Derzeit beträgt der jährliche Umsatz ca. eine Million Euro.“

Gibt ab: Wirt Martin Kolonko.

Was den Namen des Restaurants betrifft, so sollte dieser „nach Möglichkeit beibehalten werden“ – auch in der offiziellen Schreibweise: „bnm Restaurant“.

Das erstaunt, denn dieser Name hat sich bis heute in München nicht etabliert. Meist ist einfach vom Restaurant im Bayerischen Nationalmuseum die Rede: ein sperriger Name, der auch werbemäßig alles andere als ein Knüller ist.

Nicht viele kennen den Feinschmecker-Treff

Kein großes Geheimnis ist ferner, dass auch die Außenpräsentation des Restaurants nicht gerade öffentlichkeitswirksam ist: Das Gastro-Schmuckstück liegt versteckt hinter der Museumsmauer. Wer nicht weiß, dass es dort beim kleinen Durchgang zum Restaurant geht, wird auf der Prinzregentenstraße kaum darauf aufmerksam gemacht.

Mal liegt es am Denkmalschutz, mal an Vorstellungen von Seiten des Museums: Ganz einfach hat es ein Gastronom in dieser Location nicht. Dem Team Kolonko & Co. ist es dennoch gelungen, vor sechs Jahren aus den einstigen Lagerräumen ein stylisches Restaurant und einen Feinschmecker-Treff zu machen.

Inzwischen drängt es das Quartett zur Verwirklichung eines neuen Konzepts, „für das wir ein größeres Objekt brauchen“, wie Hermann Zimmerer der AZ sagt: „Für das BNM, dieses Kleinod, wünschen wir uns, dass man einen würdigen Nachfolger findet.“

 

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