Nachbarn klagen Laute Lokale: Ärger um Lärm am St.-Anna-Platz

, aktualisiert am 21.03.2019 - 09:42 Uhr
Es gibt viele Freischankflächen rund um den St.-Anna-Platz. Ob Pizza oder Weinbar: Gäste können hier zwischen 200 Sitzplätzen im Freien wählen. Foto: Sigi Müller

Anwohner des St.-Anna-Platzes klagen über laute Lokale. Der Bezirksausschuss Altstadt-Lehel will kürzere Öffnungszeiten.

Lehel - "Unter meinem Schlafzimmerfenster sitzen spät abends über 200 Menschen", sagte eine Anwohnerin des St.-Anna-Platzes bei der Sitzung des Bezirksausschusses (BA) Altstadt-Lehel. Die Mutter von zwei Kindern sprach am Dienstagabend im Hofbräuhaus auch im Namen vieler Nachbarn. "Sobald es etwas wärmer ist, wird es sofort lauter", sagte sie. Und noch viel wichtiger: "Meine Kinder können nicht mehr schlafen." Sie seien schließlich im Schulalter und bräuchten die Nachtruhe.

Nachtruhe wird von Lokalen gestört

Dort, wo die Frau mit ihrer Familie wohnt, ballen sich einige Lokale, unter anderem: Gandl, Salotto, Hillinger und La Stanza. Insgesamt bieten sie ihren Gästen etwa 200 Sitzplätze im Freien.

Dabei habe die Frau, die lieber anonym bleibt, gar nichts gegen ein lebendiges Stadtviertel. Aber problematisch werde es eben, "wenn so viele Menschen nah beieinander sitzen – und die Wirte die Schließzeiten nicht einhalten. Eigentlich dauert es immer eine Stunde länger als erlaubt, bis die Gäste den Freischank verlassen, die Tische aufgeräumt sind und Ruhe einkehrt." Das Recht der Anwohner auf Nachtruhe sei in der momentanen Situation massiv eingeschränkt.

Mehrmals habe sie die Polizei und das Kreisverwaltungsreferat (KVR) benachrichtigt und auch das Gespräch mit den Wirten gesucht, die immer freundlich waren. Doch langfristig sei die Lage einfach nicht besser geworden.

Bezirksausschuss steht hinter den Anwohnern

Die aktuellen Schließzeiten für Freischankflächen am St.-Anna-Platz lauten: 23 Uhr unter der Woche und 24 Uhr am Wochenende. "Ich beantrage daher, den Feierabend im Freien um eine Stunde vorzuverlegen, auf 22 Uhr und 23 Uhr", sagte die Frau am Ende.

Die BA-Politiker waren sich einig. Hier muss etwas geschehen. "So eine Belastung ist für die Anwohner nicht hinnehmbar", sagte etwa Stefan Blum (CSU), Leiter des Unterausschusses Gastronomie und Öffentlicher Raum. Das Stadtteilgremium beschloss einstimmig, die zuständige Bezirksinspektion aufzufordern, die Einhaltung der Schließzeiten am St.-Anna-Platz regelmäßiger zu kontrollieren. Gleichzeitig leitete das Gremium den Antrag der Anwohnerin auf Verkürzung der Lokalöffnung ans KVR weiter.

Freischank wurde vom BA bisher erweitert

Ganz unschuldig ist der BA nicht an der Situation: Denn Freischankflächen genehmigt er grundsätzlich in Eigenregie. Diese Entscheidungen kann dann nur der Oberbürgermeister überstimmen – falls er triftige Gründe hat. Und am St.-Anna-Platz hat der BA in den vergangenen Jahren den Freischank deutlich erweitert.

"Das haben wir getan, weil sich bisher keine Anwohner bei uns beschwerten", sagte der Vorsitzende des BA, Wolfgang Neumer (CSU). "Vielleicht müssen wir bei Gelegenheit die Stadtteil-Bewohner mit einer Flyer-Aktion darauf aufmerksam machen, bei welchen Themen wir ihnen zur Seite stehen können."

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