Nach Wettberg-Vorwurf "Bierofka raus"? Pro1860-Mitglied gibt sich zu erkennen

Ist nicht mehr Trainer des TSV 1860: Daniel Bierofka. Foto: Rauchensteiner/Augenklick

Nach dem Bierofka-Aus bei Sechzig hat Löwen-Ikone Karsten Wettberg im AZ-Interview schwere Vorwürfe gegen "Pro1860" erhoben. Jetzt kontert mit Hans Vonavka ein Vorstandsmitglied der Organisation und will Klarheit schaffen.

 

München - Auch mit dem neuen Trainer Michael Köllner kehrt beim TSV 1860 keine Ruhe ein. Das unrühmliche Ende von Daniel Bierofka an der Grünwalder Straße schlägt weiter hohe Wellen.

Reaktion auf Wettberg-Interview

Im AZ-Interview hatte Klub-Ikone Karsten Wettberg einem Mitglied der Organisation "Pro1860" vorgeworfen, Stimmung gegen Bierofka gemacht zu haben. Demnach wurden ihm auch entsprechende Textnachrichten zugeschickt, in denen das Aus von Bierofka gefordert wurde. "Ich wusste zuerst nicht, wer mir da dauernd Nachrichten und Mails schickt. Mir und anderen Experten wurde vorgeworfen, wir würden Bierofka sakrosankt machen. Ich habe irgendwann die Handynummern abgeglichen und herausgefunden, dass es ein Vorstandsmitglied der Organisation 'Pro1860' war."

In der Nachricht soll es geheißen haben, Bierofka sei als Trainer - wie schon als Spieler - limitiert. Am Ende der Nachricht wurde mit "#BierofkaRaus" das Aus des Trainers gefordert. "Und jetzt haben sie es tatsächlich geschafft. So etwas ist für mich einfach beschämend", so Wettberg.

Pro1860: Vorstandsmitglied äußert sich

Nun hat besagtes "Pro1860"-Mitglied offiziell reagiert: Nach dem Wettberg-Interview gab sich Hans Vonavka, Vorstandsmitglied und Sprecher der Organisation zu erkennen, indem er eine Stellungnahme abgegeben hat. Demnach bestätigte er der AZ, dass er Wettberg eine private SMS geschickt habe, in der er sich "nach einer wiederholten Niederlage wütend über den Trainer geäußert" hat. "Dabei hab ich geschimpft, wie enttäuschte Fans das eben tun", so Vonavka.

Jedoch stellt er auch klar, dass seine Reaktion mit niemandem abgesprochen war und er dabei auch nicht in seiner Funktion als Vorstandsmitglied von "Pro1860" gehandelt habe. "Das war eine rein private Kommunikation zwischen mir und Karsten, den ich schon lange Jahre kenne. Er ist selbst noch Mitglied bei 'Pro1860', auch wenn er das vielleicht schon vergessen hat. Ich will aber klarstellen: Weder ich persönlich noch 'Pro1860' haben darauf hingearbeitet, Daniel Bierofka loszuwerden. Wir nehmen bei 1860 auch keinen Einfluss auf Amtsträger –nicht im e.V. und auch nicht in der KGaA. Dazu sind wir als reine Fanorganisation weder in der Lage noch halten wir das für angebracht. Das entspricht nicht unserem Selbstverständnis."

Die Querelen und widersprüchlichen Aussagen machen deutlich: Bierofka und sein Aus bei den Löwen werden wohl noch für einige Zeit Thema bei den Sechzgern bleiben.

 

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