Nach versuchter Erpressung Uli Hoeneß: Bekommt er jetzt Polizeischutz?

Muss Uli Hoeneß befürchten, dass weitere Kriminelle aus seiner Situation Kapital schlagen wollen? Foto: dpa

Thomas S. hat versucht von der Situation von Uli Hoeneß zu profitieren. Wie sicher ist Hoeneß jetzt vor seinem Haftantritt und später in der JVA? Braucht der Ex-Bayern-Präsident Personenschutz?

 

München – Thomas S. (50) hatte mit seinem naiven und schlecht geplanten Erpressungsversuch keine Chance gegen Uli Hoeneß und die Polizei. Doch der Fall wirft neue Fragen auf: Wie sicher sind Hoeneß und seine Familie in Zukunft? Muss er auch Vorfälle in der JVA nach seinem Haftantritt befürchten?

Fest steht: Egal, in welcher JVA Hoeneß seine Strafe absitzt, im Gefängnis geht's hin und wieder nicht zimperlich zu. Haben sich die Häftlinge einen Buh-Mann ausgesucht, kann es durchaus zu gefährlichen Situationen kommen. Der Kriminologe Christian Pfeiffer sagt in einem Interview mit dem Kölner Stadtanzeiger: "17 Prozent der befragten Männer und 11 Prozent der Frauen, gaben [...] an, dass sie in den vier Wochen vor der Befragung Opfer von Gewalttaten geworden waren."

Weiter sagt er jedoch, dass die Wahrscheinlichkeit von gewalttätigen Übergriffen in einem Männergefängnis für Ersttäter, die keine langen Strafen absitzen müssen, weitaus geringer ist. Außerdem hätten Häftlinge mehr Vorteile davon, sich mit Hoeneß gut zu stellen, als ihn unter Druck zu setzen. Auch der Kölner Strafverteidiger Dirk Petri sagte dem Wirtschaftsmagazin "impulse" vor einigen Wochen, dass Hoeneß wahrscheinlich in der Knasthierarchie ganz oben stehen würde und er nicht um seine Sicherheit fürchten müsse.

Trotzdem muss die Polizei jetzt prüfen, ob nach seinem Haftantritt nicht doch weitere "Täter" auf ihn warten könnten. Das kann möglicherweise den Zeitpunkt des Haftantritts für ihn weiter hinauszögern.

Doch wie sieht es bis dahin aus? Benötigt die Familie Hoeneß jetzt Personenschutz? Am Samstag, als Uli Hoeneß beim Spiel der Bayern-Basketballer gegen Ludwigsburg im Audi-Dome saß und die Polizei in der Zwischenzeit den Erpresser Thomas S. stellte, soll er laut "Bild" von drei Zivilpolizisten bewacht worden sein.

Da die unmittelbare Gefahr durch diesen Täter jetzt gebannt ist, soll es nun erstmal keinen weiteren Polizeischutz geben, heißt es weiter in dem Bericht. Erst wenn es Hinweise auf einen neue Bedrohung gebe, würde die Polizei wieder Vorkehrungen treffen um Hoeneß und seine Familie zu schützen. Bis da hin muss sich Uli Hoeneß selbst um seine Sicherheit kümmern.

Sein nächster öffentlicher Auftritt könnte das DFB-Pokalfinale des FC Bayern gegen Borussia Dortmund am Samstag in Berlin sein. Es es ist jedoch gut möglich, dass er sich aufgrund des Rummels der letzten Tage, die Reise nach Berlin spart.

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