Nach Tod ihres Pferdes München: Reiterin will 1,75 Millionen Euro Schadenersatz

Einer ihrer letzten Wettbewerbe: Evelyn Haim-Swarovski auf Donna Asana bei den Munich Indoors 2010. Foto: imago/Buthmann

Drama im Stall: Stute Donna Asana stirbt 2010 nach der Behandlung durch einen Veterinär. Die Dressurreiterin Evelyn Haim-Swarovski will jetzt Schadenersatz.

 

München - Die Klägerin weilt derzeit in Afrika. So muss am Donnerstag ohne die österreichische Dressurreiterin Evelyn Haim-Swarovski (65) verhandelt werden. Es geht um viel Geld und ein Drama im Pferdestall.

Tod des Pferdes zerstört Traum von Olympia

Donna Asana war die große Hoffnung der Reiterin Haim-Swarovski für die Olympischen Spiele 2012 in London. Olympia war ein "realistisches Ziel", erklärt Thomas Steiner, Vorsitzender Richter des Oberlandesgerichts. Doch ein Drama im Pferdestall beendet alle Ambitionen.

Donna Asana hatte sich im Dezember 2010 eine Erkältung zugezogen und hustete. Wie bereits einige Male zuvor, sollte das Tier mit homöopathischen Mitteln behandelt werden. Dazu verabreichte der Tierarzt aus dem Kreis Ebersberg der Stute die Mittel über Blut, das er dem Tier zuvor entnommen hatte und mitsamt der Präparate wieder injizierte.

Doch diesmal ging die Behandlung schief. Donna Asana krampfte nur wenige Minuten danach und brach zusammen. Als Todesursache wurde ein anaphylaktischer Schock festgestellt.

Reiterin fordert Schadenersatz von 1,75 Millionen Euro

1,75 Millionen Euro hatte die österreichische Spitzensportlerin für das Pferd bezahlt. Die wollte sie ersetzt bekommen. Doch der renommierte Tierarzt wehrt sich: "Ich habe rein medizinisch nichts falsch gemacht."

Rein medizinisch vielleicht nicht. Aber der Senat kritisiert, wie schon das Landgericht in erster Instanz, dass die Besitzerin des Pferdes nicht über die Risiken der homöopathischen Behandlung aufgeklärt wurde. In sehr seltenen Fällen könne es nämlich zu dieser Schockreaktion kommen.

Gericht München: Richter Steiner gibt der Berufung keine Chance

Es sei "unstreitig", so der OLG-Senat, dass es keine Aufklärung der Halterin gegeben habe. Aber auch in diesem Punkt wehrt sich der Veterinär. Schon das Stechen mit einer Spritznadel, könne unabhängig vom verabreichten Medikament zum Tod bei Pferden führen. Das sei allen klar. Eine neuerliche Risiko-Aufklärung vor jeder Spritze koste zuviel Zeit und sei deswegen nicht praktikabel.

Doch Richter Steiner gibt der Berufung keine Chance und rät dazu, das Urteil des Landgerichts (Zahlung von 250.000 Euro Schadenersatz) zu akzeptieren.

Falls der Tierarzt dem richterlichen Rat innerhalb einer Woche nicht folgt, will das OLG am 9. Januar seine Entscheidung verkünden.

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