Nach Solidaritätsbekundung TSV 1860: Polizei ermittelt - Juristisches Nachspiel für Löwen-Ultras?

Dieses Banner, das die Löwen-Fans in der ersten Hälfte gegen den FSV Zwickau ausbreiteten, könnte nun ein juristisches Nachspiel haben. Foto: Fanprojekt Zwickau e.V.

Für Teile der Fans des TSV 1860 hat das Heimspiel am vergangenen Samstag womöglich ein juristisches Nachspiel. Grund ist ein Banner mit einem angeblichen Nazi-Symbol – bereits im Vorfeld der Partie gab es deswegen Diskussionen.

 

München - Die Diskussion um die Zaunfahne einer Ultra-Gruppe des FSV Zwickau ist auch nach der Partie gegen den TSV 1860 (3:0) nicht vorbei – im Gegenteil. Nun droht einem Teil der Löwen-Ultras aufgrund einer Solidaritätsbekundung sogar ein juristisches Nachspiel!

Verwirrung um Ultra-Banner

Der Grund: Einige Anhänger der Münchner hatten ein Spruchband in die Westkurve gebracht und dieses während der ersten Hälfte ausgebreitet. Darauf war das Logo der Zwickauer Ultra-Gruppierung "Red Kaos" zu sehen.

Um die Zaunfahne von "Red Kaos" gab es bereits im Vorfeld der Partie einige Diskussionen. So teilten die Ultras mit, dass die Staatsanwaltschaft München I das Banner verboten hätte, und die Anhänger deswegen die Reise nach München boykottieren würden. Das Problem: Der Buchstabe "S" in "Kaos" soll einer Siegrune, dem Symbol der Schutzstaffel im Dritten Reich, ähneln und daher womöglich eine Straftat gemäß § 86a des Strafgesetzbuches (StGB) darstellen (Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen).

Der FSV Zwickau reagierte auf diese Interpretation mit Unverständnis, auch die "Löwenfans gegen Rechts" konnten die Entscheidung nicht nachvollziehen.

Auf AZ-Nachfrage dementierte die Münchner Staatsanwaltschaft jedoch ein Verbot. Demnach "gab und gibt es keine Anweisung an die Polizei oder den Verein 1860, was die Verwendung der 'Red Kaos'-Fahne mit der Siegrune betrifft". Zudem machte die Staatsanwaltschaft gegenüber der AZ klar, keine "Fahnenprüfungsstelle" zu sein.

Polizei wertet Videoaufnahmen aus

Mit dem Banner solidarisierten sich die Löwen-Fans daher mit den betroffenen Zwickau-Ultras. Ebenjene Aktion ist nun allerdings ein Fall für die Polizei. "Die Ermittlungen zur Identifizierung der Tatverdächtigen dauern an. Das Banner wurde auf Video festgehalten. Das Material wird ausgewertet", erklärt ein Sprecher des Polizeipräsidiums München gegenüber der "Freien Presse".

Wie das Banner in das Stadion gekommen ist, ist unklar. Tatsächlich wurden die Löwen im Vorfeld über das Spruchband informiert, der Teil mit dem Logo von "Red Kaos" wurde allerdings vom Verein abgelehnt. Wie Sebastian Weber, Fanbeauftragter beim TSV 1860, gegenüber der AZ erklärt, wurde dieser Teil auch beim Einlass identifiziert. Die betreffende Person wurde daher weggeschickt, fand aber offenbar einen anderen Weg ins Grünwalder Stadion.

 

15 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading