Nach Sieg in Mainz Flick-Flack an die Spitze: Warum der wahre FC Bayern zurück ist

Daumen hoch für den neuen Tabellenführer: Der FC Bayern, der bei Mainz 05 mit 3:1 siegt, erobert unter Trainer Hansi Flick am 20. Spieltag wieder Platz eins in der Bundesliga. Foto: Jan Huebner/Bremes/imago

So schnell geht's! Der FC Bayern siegt 3:1 in Mainz und ist damit wieder Tabellenführer, weil Leipzig gegen Gladbach nur remis spielt.

 

Mainz - Nur so zur Erinnerung: Oliver Kahn ist seit Jahresbeginn wieder beim FC Bayern angestellt, als Vorstandsmitglied hält er sich aktuell noch bewusst zurück, schätzt die Beobachterrolle, und verzichtet daher nach den Spielen mit einer lässigen, abwehrenden Handbewegung (noch ganz der Torwart!) auf Kommentare.

Aber trotzdem: Kahn, das Mia-san-mia in Fleisch und Blut, wirkt. Drei Spiele in der Rückrunde, drei Siege – 12:1 Tore. "So beginnt man die zweite Hälfte der Saison", twitterte der ehemalige Kapitän am Sonntagmorgen und schrieb: "Endlich zurück an der Tabellenspitze."

FC Bayern wieder Tabellenführer

Seit Samstagabend, seit dem 2:2 des bisherigen Spitzenreiters RB Leipzig gegen Mönchengladbach, sind die Bayern wieder ganz oben. Erst zum zweiten Mal in dieser Saison, was ja schon fast einer Majestätsbeleidigung gleichkommt. Lediglich nach dem sechsten Spieltag, nach einem zittrigen 3:2 bei Aufsteiger SC Paderborn, rangierte der Abo-Meister auf dem Platz an der Sonne.

Damals und heute mit einem Punkt vor den Leipzigern – diesmal jedoch nach einem größtenteils souveränen 3:1 in Mainz. Ab Ende September ging's unter Trainer Niko Kovac bergab, der Absturz bis auf Rang sieben erfolgte sogar unter Nachfolger Hansi Flick, als man Ende November/Anfang Dezember zwei Spiele hintereinander verlor (1:2 gegen Leverkusen, 1:2 in Gladbach). Wie so oft routiniert und per Floskel angekündigt, startete man danach wirklich eine Serie: Sechs Siege.

Durch die acht Erfolge in seinen bisher zehn Bundesliga-Partien hat Flick (unentschieden kann der Mann offenbar nicht!) mal eben sieben Punkte auf Leipzig gutgemacht. Ruckzuck per Flick-Flack an die Spitze. Für das Überholmanöver benötigt man das direkte Duell am kommenden Sonntag in München nun gar nicht, ursprünglich war es an der Säbener Straße als ultimativ günstiger Turnaround-Zeitpunkt ausgemacht. Samt Abreibung – so wie man sie in den vergangenen Jahren stets Borussia Dortmund in der Allianz Arena verpasste. Etwa als die Schwarz-Gelben am 28. Spieltag der vergangenen Saison als Tabellenführer kamen und sich mit 0:5 als gestürzte Herausforderer wieder trollten.

Turnaround durch Trainer Hansi Flick

Mit seiner Empathie à la Jupp Heynckes, mit seinem Training à la Pep Guardiola und einer klaren Strategie, die er seinen Spielern mit auf den Platz gibt, hat Flick in nur knapp drei Monaten Amtszeit den Turnaround geschafft. Auch seine fundierten Analysen kommen im Team gut an.

Nur von den ersten 30 Minuten in Mainz und den Treffern von Robert Lewandowski (8.), Thomas Müller (14.) und Thiago (26.) sei er "begeistert" gewesen, so Flick. "Wir haben nicht über die volle Spielzeit unsere Leistung abgerufen", betonte der 54-Jährige, "damit müssen wir kritisch umgehen und das den Spielern in der Analyse zeigen."

"Das ist der wahre FC Bayern."

Flick, der nüchterne Arbeiter. Auch eine seiner vielen Facetten. Nach dem ersten Gegentor der Rückrunde durch Jeremiah St. Juste (45.) "haben wir konzentriert zu Ende gespielt und unsere Arbeit gemacht. Passt!", urteilte Sportdirektor Hasan Salihamidzic.

Unterm Strich bleibt der Eindruck: Bayern ist wieder Bayern. "Wir sind ins Rollen gekommen und haben unsere Spiele gewonnen. Wir haben diese Spielweise wieder drin, wie wir es immer schon gewohnt waren. Das gibt sehr viel Selbstvertrauen, das wollen wir für nächste Woche mitnehmen", erklärte der neue Abwehrchef David Alaba und kündigte an, dass man in dieser Form "sehr schwer aufzuhalten" sei. Kapitän Manuel Neuer sprach, als wolle er Oliver Kahn kopieren: "Das ist der wahre FC Bayern. Wir müssen diesen Weg weiter gehen."

Weiter! Immer weiter. Genau so lautete auch Kahns Hashtag am Ende des Triumphtweets vom Sonntag.

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