Nach Schließung der Max-Emanuel-Brauerei München: Legendäre Weiße Feste sterben doch nicht aus

Eines der Feste in der ehemaligen Max-Emanuel-Brauerei. Foto: Daniel von Loeper

Auch nach der überraschenden Schließung der Max-Emanuel-Brauerei vor wenigen Wochen geht der Faschingsbrauch der weißen Feste doch weiter. Drei Feierlustige haben eine Lösung.

 

München - Brigitta Liesabeths hat ein Album angelegt, mit den Fotos aller Weißen Festen, auf denen sie bisher war. Vor allem an ihren ersten Besuch erinnert sie sich gut. Das war vor zwölf Jahren, mit 20 Freunden. "Wir waren begeistert", sagt die 55-Jährige.

1967 wurde erstmals ein Weißes Fest gefeiert

Das Besondere an den Faschingsfesten in der Max-Emanuel-Brauerei: Alle Gäste trugen weiße Kostüme, die im Schwarzlicht leuchteten. Auch die Dekoration war besonders: "Weiße Tücher, weiße Palmen, weiße Federn – man kann es nicht beschreiben. Man muss es einfach mal gesehen haben", schwärmt Liesabeths.

Um 1967 wurde das Fest in dem Schwabinger Wirtshaus zum ersten Mal gefeiert. Kunststudenten sollen sich auf den preisgünstigen Dresscode geeinigt haben. Jeden Freitag und Samstag in den sechs Wochen vor Fasching feierten sie fortan exzessive Partys. Die wurden zu einer Münchner Tradition.

Als die Max-Emanuel-Brauerei vor wenigen Wochen überraschend schloss, stand der Brauch vor dem Aus (AZ berichtete). Liesabeths war enttäuscht. Und nahm das Zepter kurzerhand selbst in die Hand.

Weißes Fest soll nun in Allach stattfinden

Die in Allach-Untermenzing wohnende Fremdsprachenkorrespondentin dachte an den Wirt Michael Vogel, in dessen Biergarten sie desöfteren einkehrt. Sie sprach mit ihrem Bekannten Richard Kirmis. "Es war Zufall, dass wir uns getroffen haben und die gleiche Idee hatten," sagt Liesabeths. Die drei beschlossen, ein Weißes Fest zu feiern: am 7. Februar in der Schießstätte in Allach.

"Die Gaststätte passt perfekt", schwärmt Liesabeths, "sie ist wie ein Jagdschlösschen, sehr idyllisch gelegen." Von 18 Uhr an können die Gäste dort zu Abend essen, von 20 Uhr an wird ein DJ auflegen. Einen Überraschungsauftritt soll es geben, die Gäste bis in die Morgenstunden tanzen.

Allach mehr als nur eine Übergangslösung?

Da die Schießstätte in Allach nicht ganz so groß ist, wie die Max-Emanuel-Brauerei, bittet Liesabeths um telefonische Voranmeldung (Telefon: 089 - 399482). 15 Euro kostet ein Ticket.

Zunächst ist das Fest in Allach nur als Übergangslösung gedacht, bis das Wirtshaus in der Maxvorstadt wieder öffnet. Doch wer weiß: "Wenn es gut läuft, kann es sein, dass wir das Fest in Allach-Untermenzing beibehalten", sagt Liesabeths. "Ich brenne so für dieses Fest", fügt sie hinzu. Und: "Ich möchte auch ein bisschen die Lanze brechen für den Münchner Stadtrand."

Lesen Sie hier: "Weiße Feste" in der Max-Emanuel-Brauerei - Eskalation mit Tradition

 

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