Nach Rechtsruck AfD: Landes-Chef schmeißt hin

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Keine Lust auf "Pegida-Partei": André Wächter kündigt an, gemeinsam mit fast dem gesamten Vorstand zu Bernd Luckes neuer Partei Alfa wechseln zu wollen.

München Die Austrittswelle in der AfD geht weiter. Nahezu der komplette Vorstand des bayerischen Landesverbands hat gestern angekündigt, die Partei verlassen zu wollen. Die Alternative für Deutschland sei „leider nicht mehr meine Partei“, sagte der Münchner Stadtrat André Wächter, der bis zuletzt den Landesverband angeführt hat.

 

Von „prorussischen und verschwörungstheoretischen Vorstellungen“ sprach Wächter. Nach der Wahl von Frauke Petry zur neuen Partei-Chefin habe die AfD sich zu einer mindestens nationalkonservativen, eher aber schon rechtspopulistischen Vereinigung entwickelt. Gegen die EU, gegen Zuwanderung, gegen den Islam – mit dieser „Pegida-Partei“ könne er sich nicht länger identifizieren, so Wächter.

Wirklich überraschend kam diese Ankündigung nicht mehr. Bereits vergangene Woche hatte der Bundesvorstand der AfD mit einer unabgesprochenen Pressemitteilung versucht, Wächter aus der Partei zu mobben. Vom Parteiaustritt „fast des gesamten Landesvorstands um den glücklosen Vorsitzenden“ war darin die Rede. Wächter widersprach da noch, jetzt hat er selbst seinen Abgang erklärt.

Wie die meisten seiner Vorstandskollegen will sich Wächter in der von AfD-Gründer Bernd Lucke neu ins Leben gerufenen „Allianz für Fortschritt und Aufbruch“ (Alfa) eine neue politische Heimat suchen. Für ein Amt will er dort vorläufig aber nicht kandidieren, Wächter will sich „ein Jahr geistige Pause gönnen“.

Sein Stadtrats-Mandat will Wächter indes behalten – nur, dass er dort künftig eben nicht mehr die AfD vertreten wird. Ebenso will es Fritz Schmude halten. Auch der hat angekündigt, die Partei verlassen zu wollen. Die AfD im Stadtrat wäre damit Geschichte.

 

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