Nach NSU-Morden München: SPD fordert Gedenkbäume für Neonazi-Mordopfer

Passanten am Gedenkort für Enver Simsek, dem ersten NSU-Mordopfer. Nach Angaben der Stadt Zwickau ist die deutsche Eiche abgesägt worden. Foto: Sebastian Willnow/dpa

Auf die jüngsten Vorfälle in Zwickau reagiert die Münchner SPD mit einem Antrag. Auch in München sollen Bäume zum Gedenken der NSU-Opfer gepflanzt werden.

 

München - In Zwickau ist am vergangenen Wochenende erneut ein Mahnmal für die Opfer der rechtsextremen Terrorzelle "Nationalsozialistischer Untergrund" (NSU) beschädigt worden. Zuvor wurde eine deutsche Eiche, die zum Gedenken der NSU-Mordopfer gepflanzt wurde, von Unbekannten abgesägt. In München hat nun die SPD-Stadtratsfraktion auf diese Vorfälle reagiert.

Die Münchner Sozialdemokraten fordern in einem Antrag, dass in Grünanlagen an der Isar in einen Hain 31 Bäume zum Gedenken der 31 von Neonazis ermordeten Menschen gepflanzt werden sollen. Es gehe um die Erinnerung an die Opfer des Oktoberfestattentats von 1980, der Morde des NSU und der Morde im OEZ im Jahr 2016. Auf einem Hinweisschild sollen die Namen der Opfer stehen, heißt es im Antrag.

SPD sieht "Hauptstadt der Bewegung" in der Pflicht  

"Unseres Erachtens muss auf einen solchen Vorgang sichtbar regiert werden", sagt SPD-Stadtrat Marian Offman, Initiator des Antrags. Als vormalige "Hauptstadt der Bewegung" sei München hier in der Pflicht, so Offman weiter. München habe durch das Oktoberfestattentat und das Attentat am OEZ durch rechtsradikale Hand mehr als 20 Opfer zu beklagen.

In ihrem Antrag fordert die SPD außerdem, dass die Stadtverwaltung prüfen soll, ob weitere Münchner auch andernorts Opfer rechtsradikaler Mörder wurden. Der Hain sei dann entsprechend zu erweitern.

 

2 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading