Nach Niederlage bei Final-Neuauflage Gomez: Die Torphobie in der Nationalelf hält an

Ratlosigkeit: Mario Gomez ließ zahlreiche Großchancen für die DFB-Elf liegen. Foto: dpa

Beim 2:4 gegen Argentinien vergibt der Ex-Bayer drei gute Chancen und wird bei seiner Auswechslung von den Fans ausgepfiffen.

 

Düsseldorf - Ja, geht denn das schon wieder los? Da lobte Bundestrainer Joachim Löw vor der WM-Finalrevanche gegen Argentinien explizit seinen neuen, alten Torjäger Mario Gomez, gab ihm in Düsseldorf einen Startelf-Platz und dann das. Chancentod, Pfiffe, alles wie gehabt. Ein schwarzer Abend für den Ex-Bayer.

Etwas mehr als ein Jahr nach seinem letzten Länderspiel (3:3 gegen Paraguay im August 2013) feierte der Mittelstürmer sein Comeback. Auf die WM hatte Gomez nach einer Spielzeit voller Verletzungen, die er selbst "eine hässliche Saison" nannte, verzichten müssen. Nun bescheinigte ihm Löw "unglaublich hart und diszipliniert" an seiner Rückkehr gearbeitet zu haben. Der Bundestrainer: "Wenn er fit ist, wird er uns mit seinen Qualitäten verstärken."

Doch zurückgekehrt war nicht der Torjäger des AC Florenz, der in der Vorbereitung auf die aktuelle Saison der Serie A überzeugt hatte, sondern der glücklose Mario Gomez in Diensten des DFB. Als habe er im Nationaldress eine unerklärliche, im Grunde erschreckende Seuche. Nichts geht. Torphobie. In Halbzeit eins vergab der Ex-Bayer drei Mal aus ziemlich aussichtsreicher Position (7./28./45.). Erst verzieh man ihm den Lapsus generös, weil feiergestimmt, dann grummelte das Publikum. Schließlich ging das mürrische Meckern in vereinzelte Pfiffe über.

Gomez hatte nie einen guten Stand bei den Fans ? und nun geriet der Neuanfang in seinem 60. Länderspiel (bisher 25 Tore) für ihn zum persönlichen Desaster. Nichts geht mehr bei Gomez, dachte sich nach 56 Minuten Bundestrainer Löw und nahm den 29-Jährigen vom Platz. Eine Strafe oder eine Erlösung. Denn so konnte das Publikum ihren Lieblingsfeind nun tatsächlich relativ kräftig auspfeifen, jedoch nicht so extrem wie vor einem Jahr in Kaiserslautern. Auf der Tribüne sah es Miroslav Klose, der beste Torjäger der WM-Historie, mit traurigem Gesicht.

Für Gomez kam ausgerechnet der andere Mario, der Nationalheld Mario. Götze, der Schütze des Siegtores im WM-Finale von Rio de Janeiro gegen Argentinien. Einer, der wie Reus, Özil oder auch Müller die "falsche Neun" in der Sturmspitze anders interpretiert. So wie es sich Löw wünscht. Wird schwer für Gomez in naher Zukunft. Hält Löw aber an ihm fest, kann es nur besser werden.

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