Nach Mord an Ehefrau Flucht eines Mörders: In München verhaftet

Der Mörder stellte sich heute in München - zuvor hatte er seine Frau in einer Kirche in Niedersachsen umgebracht. Die Bilder vom Tatort. Foto: AZ/dapd/Swen Pfoertner

Nach dem Mord an seiner Ehefrau, einer Küsterin und zehnfachen Mutter in Braunlage, war der Mann nach Bayern geflohen. Hier stellte sich der mutmaßliche Täter. 

 

München/Braunlage - In München war seine Flucht zu Ende. Am späten Sonntagabend stellte sich im Polizeirevier 12 in der Maxvorstadt ein 51-jähriger Mann. Er wurde sofort festgenommen, weil er im Verdacht steht, in Braunlage im Harz seine Frau, eine zehnfache Mutter und Küsterin einer katholischen Kirche getötet zu haben. Ob er die Bluttat gestanden hat, wurde zunächst nicht bekannt.

Samstag Vormittag in dem Oberharzer Ferienort Braunlage. Im Keller der katholischen Kirche „Heilige Familie“ wird die Leiche einer Frau gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um die 48-jährige Küsterin der Kirchengemeinde handelt. Sie war zehnfache Mutter – und sehr beliebt bei ihren Vorgesetzten und Gemeindemitgliedern.

Küster sind eine Art Hausmeister für Kirchengebäude und bereiten auch die religiösen Zeremonien vor und nach. Sie kümmern sich unter anderem um die Kerzen, den Blumenschmuck, die Glocken oder auch die liturgischen Gefäße und Gewänder.

Darüber hinaus war die Ermordete aber auch Vorsitzende des Pfarrgemeinderates, war als Lektorin in den Gottesdiensten tätig und hatte sich für die Ökumene engagiert.

Laut regionalen Medien war die 48-Jährige in der 6000-Seelen-Gemeinde sehr bekannt gewesen. Die meisten Braunlager haben in irgendeiner Form Kontakt zu Mitgliedern ihrer großen Familie gehabt. Die Frau habe sich, so wird berichtet, jahrelang aufopferungsvoll alleine um ihre Kinder und zuletzt auch Enkel gekümmert. Ihr Ehemann hatte sie schon vor Jahren verlassen.

Noch am Samstagabend hatte Pfarrer Stanislaw Poreba von der Kanzel herab über den gewaltsamen Tod der Küsterin berichtet. Von da an gab es in der Ortschaft kaum ein anderes Gesprächsthema. Bürgermeister Stefan Grote (SPD): „Alle hier sind tief betroffen.“

Am Montagabend wurde dann das Obduktionsergebnis bekannt. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Braunschweig wurde die Küsterin erschossen. Nach der Tat war der mutmaßliche Mörder, der 51 Jahre Ehemann in Begleitung eines 20-jährigen Sohnes und einer zwölf Jahre alten Tochter in Richtung SüdDeutschland geflohen. In München stellte er sich schließlich.

Nach Verkündung des Haftbefehls durch das Amtsgericht München sollte er nach Braunschweig gebracht werden.

 

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