Nach Hoeneß-Erpressung Bayerns dümmste Verbrecher: Die Hitliste der Versager

Einbrecher auf frischer Tat (Symbolbild). Nicht immer läuft aus Sicht der Täter alles glatt. Foto: dpa

Mehr als 200.000 Euro wollte Thomas S. von Ex-Bayern-Boss Ulli Hoeneß erpressen. Ein dilettantischer Plan, der ihn ins Gefängnis brachte - wie so manchen anderen Gauner auch. Ein Überblick.

 

München - Die Ermittlungen im Fall des Hoeneß-Erpressers sollen nach Angaben der Münchner Staatsanwaltschaft zügig zu Ende gebracht werden. Bei versuchter  Erpressung drohen Thomas S. bis zu fünf Jahre Haft. 215.000 Euro verlangte er von dem verurteilten Steuersünder Hoeneß – und drohte ihm große Probleme im Gefängnis an. Auch die Familie des langjährigen Bayern-Bosses soll bedroht worden sein.

Der Erpressungsversuch war von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Thomas S. hatte einen dilettantischen Plan gefasst, so wie andere Gauner vor ihm auch.

Hier die Hitparade der dümmsten Gauner Bayerns:

Um als Verbrecher Erfolg zu haben, ist eines unerlässlich: Man muss schlauer sein als die Polizei. Ist man das nicht, landet man als Gauner früher oder später hinter Gittern. Lesen Sie hier, was sich so mancher Münchner Gauner einfallen ließ, um an Geld zu kommen und warum die Täter damit auf die Nase fielen. Die Hitparade der dümmsten Gauner Bayerns.

Bankräuber überfällt Hausbank:
Als der 29-jährige Schwabe loszog, um eine Bank zu überfallen, hat er vorher offenbar nicht allzu lang nachgedacht. Fehler 1: Er überfiel ausgerechnet die Bank, bei der er selbst Kunde ist, die Augsburger Aktienbank.  Fehler 2: Bevor er die Angestellte (50) mit einer Pistole bedrohte, vergaß er, seine Mütze übers Gesicht zu ziehen. Kein Wunder, dass die Polizei die Identität des "Vollprofis" schnell herausfand. Ein paar Tage später wurde der Augsburger, der wegen diverser Eigentums- und Körperverletzungs-Delikte polizeibekannt ist, am Großglockner auf etwa 1400 Metern Höhe entdeckt und festgenommen. Wie sich herausstellte, hatte er sich von seiner Beute eine hochwertige Campingausrüstung besorgt, die Tatwaffe hatte er noch bei sich.

Dieb mit zwei linken Händen:
Ein 28-Jähriger aus Dachau  beschließt, einen Radlader zu klauen. Doch er  schafft es nicht, ihn kurz zu schließen. Damit nicht genug, vergisst er auch noch seinen Ausweis am Tatort. Der Fall war geklärt, kaum dass die Polizei das Firmengelände in der Bodenseestrasse betrete hatte. Bauarbeiter hatte nämlich den Personalausweis des Täters auf dem Sitz im Bagger gefunden, er war dem Mann aus der Hose gerutscht. Doppeltes Glück für die Polizei: Der Mann wurde auch noch per Haftbefehl wegen eines früheren Diebstahls gesucht.

Einbrecher übersieht Zeugen:
Der Tankwart der Parkgaragentankstelle am Oberanger saß im Kassenhäuschen, als ein Einbrecher gegen die Glasscheibe schlug. Der Gauner brach die Sprechklappe auf, zwängte seinen Arm hindurch und fingerte nach den Geldrollen, die in der Nähe deponierten waren.Plötzlich merkte der 21-Jährige, dass er von dem Tankwart beobachtet wurde. Daraufhin ergriff er panikartig die Flucht. Dabei verlor der verhinderte Einbrecher in der Eile aber seine Geldbörse mitsamt Personalausweis. Nachdem der Tankwart die Polizei verständigt hatte, mussten die Beamten der Inspektion 12 nur noch zu der gemeldeten Wohnung des jungen Mannes gehen.

Einbrecher verliert seine Schuhe:
So  viel Pech wie ein 26-Jähriger aus München haben Gauner selten. Er hebelte das Fenster zu einer Wohnung in der Klingerstrasse in Mittersendling auf. Um keinen Lärm zu machen, zog er seine Schuhe aus. Doch dann überrascht ihn der Wohnungsinhaber. Auf der Flucht ließ er seine Schuhe zurück und verlor zudem Pass und Geldbeutel. Die Polizei musste ihn nur noch daheim festnehmen, samt der Beute: einer Swatch und einem Collier.

Geiselnahme aus Liebe:
Er wollte den Helden spielen und so das Herz seiner Angebeteten im Sturm erobern. Deshalb überfiel ein 36-Jähriger eine Kollegin (30) auf einem Aussiedlerhof bei Eisingen (Kreis Würzburg). Er fesselte sie ans Bett und zog ihr einen Stoffbeutel über den Kopf. Irre, was sich dann abspielte: Der Mann sprach die ganze Zeit mit verstellter Stimme englisch, erfand einen Dialog mit einem - nicht anwesenden - Komplizen. Fast fünf Stunden dauerte das Theater. Der blanke Horror für die Frau. Sie hörte, wie sich "die Männer" im Haus herumtrieben, wie sie aßen und tranken. Dann klingelte es an der Tür - der 36-Jährige in seiner letzten Rolle als tapfererer Held und Retter. Er stürmte ins Schlafzimmer, "fand" die Gefesselte, band sie los und erzählte ihr wie auch später der Kripo, dass zwei Männer aus dem Haus gerannt seien. Eine Woche war er der Held, bis der Schwindel aufflog.

Taxi-Räuber vergisst Handy:
In Garching Hochbrück stieg der Räuber frühmorgens in ein Taxi. Als Ziel nannte er den Pariser Platz. Am Ostbahnhof ließ der betrunkene 31-Jährige den Fahrer anhalten. Der Taxler verlangte 17,10 Euro. Doch der Fahrgast bot nur einen Fünfer. Als der Taxifahrer auf der kompletten Summe bestand, flippte der 31-Jährige aus. Er drohte dem Fahrer Prügel an, anschliessend stieg er aus und ging in den "Burger King" am Ostbahnhof. Der Taxifahrer rief die Polizei. Die nahm den Täter wenig später fest. Die Fahndung war ein Kinderspiel - der Räuber hatte sein Handy im Taxi vergessen.

 

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