Nach Familiendrama in Trudering Tiefe Trauer an der Schule von Lilli und Anna

Ein Münchner IT-Experte tötet seine Töchter und begeht Selbstmord. Am nächsten Morgen brennen Kerzen für die Kinder. Foto: dpa/az

Nach dem tragischen Tod der Schwestern fällt das Sommerfest aus. Zu groß ist die Trauer und das Entsetzen. Das Kriseninterventionsteam betreut Mitschüler.

 

Trudering - Das Schuljahr nähert sich dem Ende – es sind nur noch wenige Wochen bis zu den großen Ferien. Viele Schulen feiern das mit einem Sommerfest. Am heutigen Freitag sollte an der Schule von Lilli (†9) und Anna (†11) gefeiert werden. Doch nach dem furchtbaren Tod der Mädchen, wurde es abgesagt. Zu groß ist die Trauer und das Entsetzen.

Wie berichtet, waren die Kinder von ihrem Vater erstickt worden. Der 50-jährige IT-Experte hatte sich danach im Treppenhaus seines Hauses in der Kießlingerstraße erhängt.

Nachdem die Mutter ihre Töchter am Montag nicht erreichten konnte, hatte sie die Polizei alarmiert. Beamte gingen in das Haus des Vaters, um nachzusehen. Sie fanden drei Tote. Die Mädchen lagen zugedeckt im Bett. Der Vater hatte einen Brief hinterlassen, den er „an die Ermittler“ adressierte. Darin gab der geschiedene Mann als Motiv den jahrelangen Sorgerechtsstreit um die Kinder an. Erst kürzlich soll das Familiengericht eine Änderung im Umgang verkündet haben. Seitdem die Tat bekannt wurde, herrscht bei allen, die die Mädchen kannten, fassungsloses Entsetzen. Das Kriseninterventionsteam (KIT) steht Lehrern und Schülern der Grundschule und des Gymnasiums, auf das die Mädchen gingen, zur Seite.

Nach AZ-Informationen soll in der Schule ein Trauerraum für Lilli und Anna eingerichtet werden, dort können die Mitschüler ihrer Trauer Ausdruck geben.

 

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