Trudering: Der tragische Tod von Lilli und Anna

Es war das schreckliche Ende eines Scheidungskriegs. Ein Münchner IT-Experte tötet in Trudering seine Töchter Lilli und Anna, dann begeht er Selbstmord. Die tragische Geschichte.
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Zwei Kerzen brennen vor der Eingangtür des Reihenhauses.
AZ Zwei Kerzen brennen vor der Eingangtür des Reihenhauses.

Das schreckliche Ende eines Scheidungskriegs. Ein Münchner IT-Experte tötet in Trudering seine Töchter und begeht Selbstmord. Die tragische Geschichte.

Trudering - Vor dem Haus brennen zwei Grablichter. Eine für die kleine Lilli (9) und eine für ihre zwei Jahre ältere Schwester Anna (11). Nachbarn haben die Kerzen vor die Tür gestellt. Das Haus ist versiegelt, die Jalousien sind heruntergelassen.

Die Menschen in der Nachbarschaft sind schockiert. Sie trauern um die Mädchen und um den Vater. „Er war hilfsbereit und freundlich“, sagt eine Bekannte, „nie hätte ich gedacht, dass er zu so einer schrecklichen Tat fähig ist.“

Der IT-Experte (50) tötete seine beiden Töchter. Die Mädchen wurden offenbar betäubt und dann erstickt. Gestern wurden die Leichen in der Gerichtsmedizin obduziert. Der Vater hat sich laut Befund im Haus erhängt.

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Es war das tragische Ende eines verbissen geführten Scheidungskriegs. Seit mehr als fünf Jahren stritt das Paar. Nach der Scheidung vor etwa zwei Jahren zog Peter R. in die Reihenhaussiedlung in der Kießlingerstraße in Trudering.

Seine Töchter Lilli (9) und Anna (11) lebten zeitweise bei ihm und zeitweise bei der Mutter. Wöchentlich wechselten sich die Eltern bei der Betreuung der Kinder ab. Scheinbar eine gute Lösung für alle.

„Er war ein liebevoller Vater, der sich viel um seine Kinder gekümmert hat“, erzählt eine Bekannte. Er wollte seine Mädchen sogar auf eine teure Privatschule schicken.

Doch hinter der gutbürgerlichen Fassade tobte der Krieg um die Kinder weiter. Die Eltern stritten verbissen um das Sorgerecht und eine neue Umgangsregelung.

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Erst kürzlich traf das Familiengericht eine Entscheidung, wann und wie lange die Mädchen bei der Mutter leben und wie viel Zeit sie bei ihrem Vater verbringen dürfen. Möglicherweise drehte Peter R. deshalb durch.

Am Montag sollten Lilli und Anna wieder zu ihrer Mutter. Der Übergabetermin verstrich. Die Mädchen waren nicht zu erreichen, auch nicht über Handy. In der Schule wusste ebenfalls niemand etwas.

Am Nachmittag rief die Mutter schließlich die Polizei. Eine Streife fuhr in die Kießlingerstraße. Im Haus fanden die Beamten die Leichen.

Die Mutter erlitt einen Schock, als sie vom Tod ihrer Töchter erfuhr. Sie wird von Psychologen betreut.

Juristisch gilt der Fall als abgeschlossen. Der Täter hat sich der irdischen Gerichtsbarkeit entzogen.   

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