Nach dem Zweiten Weltkrieg Ohne Genehmigung: Als Münchner einfach schwarz bauten

Das Café Kustermann. Foto: anf

Im Zweiten Weltkrieg wird München in den letzten Kriegsjahren schwer getroffen. Hundertausende Menschen sind obdachlos, Zuzügler aus den Ostgebieten verschärfen die Wohnungsnot. Der ein oder andere Münchner baut sich deshalb seine Unterkunft selbst – ohne Genehmigung.

 

München - Heuer existieren nur noch wenige dieser temporär improvisierten Behausungen, Ladengeschäfte, Wirtschaften oder Kirchenbauten. Die Gaststätte "Zum Jagdschlössl" am Rotkreuzplatz ist eine davon. Sie wurde im Jahr 1947 als Barackenbau errichtet und ist noch heute gut besucht. Das Wirtshaus mit Biergarten steht nicht unter Denkmalschutz.

Denkmalpflege: Café Kustermann stammt aus dem Jahr 1951

Den Pavillonbau des früheren Café Kustermann in Solln hingegen hat das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege 2017 in die Liste für Baudenkmäler aufgenommen. Der eingeschossige Flachbau mit halbrunder Stirnfassade stammt aus dem Jahr 1951. Inzwischen wurde es in eine Neubebauung eingebettet. Das sogenannte Karree Kustermann soll im Herbst dieses Jahres fertiggestellt werden.

"Mondscheinsiedlung": Kriegsflüchtlinge bauen Häuser nach Feierabend

Am Rand der Stadt haben ganze kleine Siedlungen aus der Nachkriegszeit überlebt. Unter dem Namen "Mondscheinsiedlung" sind sie bekannt, da die Kriegsflüchtlinge ihre Häuser nach Feierabend, also im Mondschein, und ohne offizielle Berechtigung bauten. Die sogenannte Trinkl-Siedlung in Moosach ist erst seit 2002 ein anerkanntes Viertel. Die Bewohner der Siedlung Am Dratfeld sind die letzten Münchner, deren Bauten im Jahr 2016 mit einem Stadtratsbeschluss anerkannt wurden. Weitere "Mondscheine" gab es Am Hierlbach bis 2015 in Bogenhausen.

 

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