Nach dem Tod von Herrchen Gänse-Heinrich-Gans lebt jetzt im Tierheim!

Heinrich Schön, genannt Gänse-Heinrich, ist am Samstag an akutem Organversagen gestorben. Der Tierschutzverein hatte seit Jahren gefordert, ihm Gänserich Troja wegzunehmen. Foto: jot

Weil die Versorgung des einsamen Wasservogels nicht gesichert war: Amtsveterinär schaltet den Tierschutzverein ein. Die Gans "Troja" von Gänse-Heinrich lebt jetzt im Tierheim.

 

München - Gekannt haben den Gänse-Heinrich, der jetzt mit 67 Jahren gestorben ist, wohl die meisten Münchner. Vom Sehen. Schließlich war der grantelnde Sonderling viel in der Stadt unterwegs, meist mit Gänserich Troja im Schlepptau.

Gemocht haben den streitbaren Thüringer jedoch nur wenige. Weil er häufig betrunken war, dann laut wurde – und seine Gans misshandelte. „Er konnte aber auch sehr nett sein“, sagt Manuela J., die sechs Jahre lang seine Freundin war.

Die Bayreutherin (62) hat in den letzten Tagen viel mitgemacht: Am Samstag starb Heinrich Schön an akutem Organversagen. Am Dienstag stürzte Manuela J. mit dem Fahrrad. Sie brach sich den Schienbeinkopf und konnte den verwaisten Gänserich nicht mehr versorgen.

Am Mittwoch erfuhr sie im Krankenhaus, dass der Tierschutzverein Troja abgeholt hatte. „Dabei hat der Heinrich doch immer gesagt, das ist unsere Gans“, erzählt sie traurig.

„Die Gans hat uns zusammengebracht.“ Bei einem Besuch in München sei der Gänse-Heinrich samt gefiedertem Begleiter an ihr vorbei geradelt. „So etwas hatte ich noch nie gesehen.“ Man kam ins Gespräch. Fortan pendelte Manuela J. zwischen Bayreuth und Thalkirchen, wo Heinrich Schön die Gans auf dem Grundstück eines Bekannten hielt – wenn er sie nicht in der Stadt zur Schau stellte.

Aber viel erzählen kann selbst Manuela J. nicht über den Gänse-Heinrich. „Er war Schäfer in Thüringen und hat später in München als Metzger gearbeitet. Wegen einer Hautkrankheit musste er aufhören.“

Als er 2012 seine Wohnung verlor und obdachlos wurde, beschmierte er die Hauswand des Vermieters. Schön landete in Stadelheim. „Er saß drei Monate in U-Haft und ich war die einzige, die ihn besucht hat“, sagt Manuela J. Sie weiß, dass Schön einmal eine Gans stranguliert hat, dass er auch mit dem Nachfolger nicht zimperlich war und der Tierschutzverein seit Jahren forderte, ihm Troja wegzunehmen. „Der Alkohol hat alles kaputt gemacht“, sagt sie.

Eigentlich wollte sich Manuela J. jetzt um die Gans kümmern. Der Sturz kam dazwischen. Der Amtsveterinär alarmierte den Tierschutzverein, seit Mittwoch lebt Troja in Riem.

Dort ist man froh, sich endlich um ihn kümmern zu können. „Der Gänserich ist total abgemagert und verhaltensgestört. Er hat sich die Federn am Bauch ausgerupft, hat Durchfall und Schürfwunden“, so eine Tierschutz-Inspektorin. „Wir päppeln ihn jetzt erst einmal auf.“

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