Nach Aus der Dinner-Show "Cotton Club" hinterlässt kaputtes Ungererbad

Die Fernsehköche Holger Stromberg (kleines Bild links) und Stefan Marquard (r.) bekochten ihre Gäste für Ticketpreise ab 100 Euro. Der Rasen im Ungererbad, auf dem die Cotton Club Zelte standen und teilweise noch stehen, ist völlig hinüber. Foto: Daniel von Loeper / az

Nach nur ein paar Wochen ist die Dinner-Show „Cotton Club“ schon wieder Geschichte. Zurück bleibt ein kaputtes Ungererbad. Ob die Reparaturarbeiten bis zum Start der Badesaison abgeschlossen sind, ist fraglich.

Schwabing - Es ist eines der ältesten Bäder in München. Gerade wegen seiner weitläufigen Parkanlage und dem alten Baumbestand ist das Ungererbad bei seinen Besuchern beliebt. Diese müssen sich heuer auf etwas gefasst machen: Derzeit ist noch nicht klar, ob der kaputte Rasen bis zum Beginn der Bade-Saison im Sommer gerettet werden kann.

Schuld an der Badmisere sind mehrere: allen voran der Veranstalter des „Cotton Clubs“. Matthias Hoffmann hatte das Bad während der Winterzeit als Spielstätte für seine Dinnershow gepachtet und war mit großem Gerät auf die Wiese aufgefahren. Mit seiner „Cotton Club Dinnershow GmbH & Co. KG“ hat der Frankfurter im Januar Insolvenz angemeldet. Schon im Dezember fiel der letzte Vorhang in der bunten Manage, wo sich knapp sieben Wochen lang Gäste von Starköchen bekochen und von Artisten bespaßen ließen.

Das Ende der Heiterkeit kam kurz vor Weihnachten: zu wenige Besucher, zu hohe Kosten, keine Zukunft für das Spektakel.

Und zwei Monate nach dem Aus? Da hat sich im Münchner Norden wenig getan. Das große Zelt und die Container stehen immer noch auf der zerfurchten Wiese des Ungererbades. Wurzeln sind kaputt gewalzt worden und einige Bäume müssen voraussichtlich gefällt werden.

Ob das Debakel bis zur Eröffnung des Bades im Mai wieder repariert gemacht werden kann, ist fraglich. Ein Sprecher der Stadtwerke, die als Vermieter des Grundstücks auftreten, sagt auf AZ-Anfrage: „Die SWM sind zuversichtlich, dass das Zelt bis Ende März abgebaut wird und genügend Zeit bleibt, damit eine Fachfirma rechtzeitig vor Beginn der Freibadsaison die notwendigen landschaftspflegerischen Maßnahmen durchführen kann.“ Schlimmstenfalls müssten sich die Badegäste darauf einstellen, dass ein Teil der Liegewiese im Sommer eben gesperrt sei.

Zum finanziellen Schaden, den die Stadtwerke erlitten haben, wollte der Sprecher aufgrund des laufenden Insolvenzverfahrens keine Auskunft geben. Fest steht, dass der städtische Betrieb von der Pacht, die für die Nutzung der Fläche bezahlt werden sollte, bisher nur einen Teil erhalten hat.

Um welche Summen es sich handelt? Auch hier gibt es keine Auskunft. Fest steht nur, von Veranstalter Matthias Hoffmann werden die Stadtwerke ihr Geld so schnell nicht zurückbekommen. Gläubiger hat der nämlich einige. Viele stammen noch aus der Zeit als Hoffmann mit „Afrika, Afrika“ – seinerzeit ein Zuschauermagnet - durch Deutschland, Österreich und die Schweiz tingelte. Zahlreichen Mitarbeitern schuldet er den Lohn. Zusätzlich interessiert sich die Mannheimer Staatsanwaltschaft für den Unternehmer. Sie ermittelt wegen Insolvenzverschleppung und Untreue, ob es zu einer Anklage kommt, ist noch nicht bekannt.

Der kaputte Rasen im Ungererbad scheint damit derzeit wohl Hoffmanns geringstes Problem zu sein.

 

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