Nach Absage an Offman Kommt bald das Ende der Münchner Friedenskonferenz?

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Droht der Münchner Friedenskonferenz (hier Teilnehmer einer Demonstration gegen die SIKO) das baldige Ende? Organisatoren haben SPD-Stadtrat Marian Offman (kleines Bild) abgesagt, als Vertreter der Stadt aufzutreten. Foto: Sven Hoppe/dpa, Bernd Wackerbauer

Nach der Absage an Marian Offman, als Vertreter der Stadt bei der Friedenskonferenz ein Grußwort zu sprechen, wird über das Bündnis der Siko-Gegner diskutiert.

 

München - Marian Offman spricht nicht bei der Münchner Friedenskonferenz. Das schlägt nun immer höhere Wellen. Jetzt hat sich Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) eingeschaltet und der Veranstalter – der Trägerkreis der Friedenskonferenz – denkt darüber nach, ob es überhaupt eine Alternativkonferenz zur Sicherheitskonferenz geben wird.

Friedenskonferenz lehnt Offman als Stadtrepräsentant ab

Marian Offman, ehemals CSU-, jetzt SPD-Stadtrat, sollte als Repräsentant der Stadt bei der Veranstaltung am 14. Februar im Alten Rathaus ein Grußwort sprechen. Doch das lehnte Thomas Rödl von der Friedenskonferenz gegenüber eine Mitarbeiterin des OBs ab.

"Meiner Meinung nach waren wir zu diesem Zeitpunkt in einem Abklärungsgespräch", sagt Rödl. Er habe der Stadt gesagt, Offman als Ex-CSUler sei den Friedensaktivisten bei Rüstung, Militär und Atomwaffen politisch nicht nahe genug, zudem habe er sich wiederholt zur BDS-Kampagne, die zu Boykottaktionen gegen Israel aufruft, kritisch geäußert. "Wir haben befürchtet, dass Offman das zum Thema macht und unsere Veranstaltung durch Zwischenrufe und Tumulte gestört und Herr Offman beleidigt wird", sagt Rödl.

OB Reiter sieht Absage an Offman als "Affront"

Dazu sagt OB Dieter Reiter: "Herr Offman sollte in meiner Vertretung das Grußwort überbringen. Gelinde gesagt empfinde ich es als Affront gegenüber der Stadt, wenn der städtische Vertreter, wie jetzt geschehen, als Redner abgelehnt wird."

Offman fühlt sich "als jemand, der jüdisch ist, ausgegrenzt". Es sei nicht das erste Mal. Im Mai hatte Offman bei einem Antisemitismus-Benefizkonzert im Kulturzentrum Backstage über eine Münchner Jüdin gesprochen, die Auschwitz überlebt hat, und wurde ausgebuht. "Das Argument war, dass jemand aus der CSU, der Tote im Mittelmeer hinnimmt, nicht das Recht habe, über Auschwitz zu sprechen", sagt Offman.

Ein Gesprächsangebot von Rödl hat er abgelehnt. Jetzt wurde im Friedensbündnis diskutiert, ob die ganze Veranstaltung abgesagt wird. Und ob sie überhaupt nochmals stattfinden soll. "Es ist aus unterschiedlichen Gründen fraglich, ob es nächstes Jahr eine Friedenskonferenz geben wird", sagt Rödl.

 

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