Mysteriöser Fall Sickerschacht-Mord: Neuer Prozess in München

Wojciech S. im Gerichtssaal: Der Bundesgerichtshof verwies den Fall zur erneuten Verhandlung nach München. Foto: Daniel von Loeper

Wojciech S. (40) war zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof (BGH) kassiert das Urteil.

 

München - Es war einer der mysteriösesten Mordfälle der letzten Jahre. Die Leiche der 48-jährigen Irena T. wurde 2016 in mumifiziertem Zustand in einem Sickerschacht auf dem Gelände des ehemaligen Holzkontors an der Rosenheimer Straße gefunden. Die Frau war ermordet worden.

18 Monate später wird ihr Lebensgefährte Wojciech S. (40) für die Tat zu lebenslanger Haft verurteilt und in eine Entziehungsanstalt geschickt. Obwohl sein Verteidiger Oskar Derkacz damals argumentiert hatte, dass der Tathergang im Prozess nicht vollständig aufgeklärt werden konnte.

Beeinträchtigte Alkoholkonsum die Schuldfähigkeit von Wojciech S.?

Der Bundesgerichtshof kassierte das Urteil des Landgerichts aber aus einem anderen Grund und verwies den Fall zur erneuten Verhandlung nach München. Die Bundesrichter kritisierten, dass das Gericht nicht ausreichend ausgelotet habe, inwiefern der Alkoholkonsum möglicherweise die Schuldfähigkeit des 40-Jährigen beeinträchtigte.

Sickerschacht-Fall: Wojciech S. schweigt

Zum Prozessauftakt sagte Wojciech S. nichts zur Tat. Ein früherer Mitangeklagter und dessen Freundin berichteten als Zeugen vom üppigen Alkoholkonsum der Gruppe. Die Obdachlosen hatten sich auf dem Firmengelände in Haidhausen eingerichtet.

Im Sommer 2015 eskalierte dann eine Grillfeier. Irena T., die wegen ihrer streitsüchtigen Art aufgefallen sein soll, wurde geschlagen, getreten und schließlich erwürgt. Der Prozess wird fortgesetzt. Am Ende werden die Gutachten zum Grad der Alkoholisierung des 40-Jährigen wohl den Ausschlag geben.

 

0 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading