MVV-Betrug Prozess um gefälschte Tickets: Wer war der Boss?

Der Angeklagte. Foto: Sigi Müller

In dem Prozess um gefälschte Tickets belastet der Angeklagte seine Ex-Geliebte schwer.

 

München - Dramatische Momente am Montag im Strafjustizzentrum: Die Vernehmung des Angeklagten Can G. (52, Name geändert) im Prozess um gefälschte MVV-Tickets musste abgebrochen werden. Dem 52-Jährigen ging es schlecht. Wie sich herausstellte, hatte der Mann einen viel zu hohen Blutzuckerwert. Der Notarzt musste alarmiert werden.

Gestern Morgen konnte es aber wieder weitergehen, Can G. ging es deutlich besser. Und so setzte er seine sprunghafte Erzählung über den großen Betrug mit gefälschten Tickets fort.

MVV-Betrug: Angeklagter will sich nicht auf einen Deal einlassen

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass Can G. als Kopf der Bande nicht nur die Idee zur Fälschung der Tickets mit Blankorollen des MVV hatte, sondern auch federführend den Klau von Elektrogeräten aus zwei Saturn-Filialen organisiert hat.

Das Gericht hatte ihm bei einem Geständnis eine Haftstrafe von nicht mehr als fünf Jahren und neun Monaten zugesagt. Doch der 52-Jährige will sich nicht auf diesen Deal einlassen.

Wer war der Kopf der Betrüger-Bande?

In vielen Punkten widerspricht der wegen ähnlicher Taten vorbestrafte Mann der Darstellung in der Anklageschrift. Eine wichtige Frage für das Strafmaß: Wer war der Kopf der Bande? Can G. oder doch seine bereits verurteilte Ex-Geliebte, wie er sagt.

Die Frau habe Telefonnummern von seinem Handy gestohlen und damit seine Familie terrorisiert, um ihn zu sich zurückzuholen, sagt er. Sie sei es auch gewesen, die alte Blankofahrkartenrollen gefunden habe und die Fälschung von MVV-Tickets erneut in Gang setzte.

Es ist nicht immer leicht, den Ausführungen des Angeklagten zu folgen. Auf Nachfrage werden die Dinge dann klarer. Seine Ex-Geliebte sei auf ihn zugekommen, nicht umgekehrt, behauptet er. Er sei nur zeitweise an dem Vertrieb der gefälschten Tickets beteiligt gewesen. Bei dem Klau der Blankofahrscheinrollen aus abgestellten Bussen habe er lediglich den Fahrer gemacht.

Der 52-Jährige hält das Gericht für befangen und hat gestern einen entsprechenden Antrag gestellt, über den erst noch entschieden werden muss.

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