MVG stellt Pläne für U9 vor Das ist die neue U-Bahn für München!

Zwischen der Implerstraße und der Münchner Freiheit würde mit der U9 eine direkte U-Bahnlinie entstehen. In der Bilderstrecke sehen Sie die detaillierten Pläne. Foto: MVG

544 Millionen Menschen fahren jährlich mit der MVG. Weil es immer mehr werden, droht der Kollaps. Deshalb soll jetzt eine neue U-Bahnlinie her. Die AZ klärt die wichtigsten Fragen zur U9

München - Die Zukunft der U-Bahn in München ist lila. Sie heißt U9 und fährt von Sendling aus zur Wiesn, zu den Pinakotheken und nach Fröttmaning.

Diesen lila Nahverkehrs-Traum hat MVG-Chef Herbert König am Dienstag vorgestellt. Die Pläne wurden bereits letzte Woche angekündigt - jetzt werden sie konkret.

Zusammen mit zwei Ingenieurbüros hat die MVG eine Machbarkeitsstudie anfertigen lassen, die zeigen soll, wie eine neue U-Bahnlinie aussehen könnte und ob sie überhaupt umsetzbar wäre. Ergebnis: Der Plan einer komplett neu gebauten U-Bahn-Strecke zwischen der Implerstraße und der Münchner Freiheit.

Braucht’s das? Eindeutig ja, sagt MVG-Chef Herbert König. Die Fahrgastzahlen der U-Bahn würden pro Jahr um bis zu zehn Millionen zulegen. Das belaste vor allem Problemstellen im Zentrum wie die Strecke der U1/U2 um den Hauptbahnhof sowie Knotenpunkte wie die Haltestellen Sendlinger Tor und Odeonsplatz.

Zwar werde schon einiges getan, um diese Probleme in den nächsten Jahren abzuschwächen, etwa die Taktverdichtung auf der U2 vom Hauptbahnhof nach Milbertshofen oder der U3/U6 zwischen Implerstraße und Münchner Freiheit.

Doch der Takt lässt sich nicht beliebig verdichten: „120 Sekunden sind machbar, weniger nicht“, sagt Herbert König. Denn dazu müssten auch die Bahnhöfe neu konzipiert werden, etwa hinsichtlich der Fluchtwege. Königs Fazit: „Im nächsten Jahrzehnt werden wir eine neue U-Bahn dringend brauchen.“

Wie soll die U9 aussehen? Kernstück soll eine neu gebaute Strecke von der Implerstraße über die Pinakotheken zur Giselastraße und von dort weiter zur Münchner Freiheit sein. Südlich und nördlich davon würde die U9 auf der Strecke der U6 weiterfahren. Zusätzlich schlägt die MVG vor, die U9 mit dem Bahnhof Theresienstraße und damit der U2 zu verbinden.

Was bringt das? Das wären die größten Vorteile der U9:

  • Die Entlastung der Problemstellen im Zentrum
  • Neue Direktverbindungen: etwa vom Hauptbahnhof zur Fröttmaninger Arena und zur Implerstraße oder direkt von der Theresienstraße zur Wiesn und nach Großhadern
  • Eine ganz neue Haltestelle an den Pinakotheken – was nicht nur Kunstfreunde, sondern auch die Maxvorstädter und die Studenten der Technischen Universität freuen würde
  • Neue Verstärkerlinien (U10/11/12), die den Nord-Süd-Verkehr entzerren.

Was muss gebaut werden? Neu gebaut würde die Strecke von der Implerstraße zur Münchner Freiheit. Die U-Bahnhöfe Giselastraße, Implerstraße und Theresienwiese würden viergleisig ausgebaut. Alternativ zur Theresienwiese wäre ein neuer Bahnhof am Bavariapark möglich. Auch der Bahnhof Theresienstraße würde ausgebaut. Am Hauptbahnhof entstünde ein neuer U-Bahnhof im Bereich unterhalb des Gleisfeldes. Die Haltestelle an den Pinakotheken würde neu gebaut.

Was kostet das? Dazu könne man jetzt noch keine seriöse Zahl nennen, sagt MVG-Chef König. Wenn man aber davon ausgeht, dass das Projekt in vollem Umfang gebaut wird, könnte die U9 ein Milliardenprojekt werden.

Wann kommt die U9? Man kann von sechs bis sieben Jahren Planung und einer in etwa genauso langen Bauzeit ausgehen. Dann wäre die U9 frühestens 2026 fertig.

 

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