Mui Ne Vietnam als Bausatz

Die Küche im Mui Ne orientiert sich an Rezepten aus dem gleichnamigen Urlaubsort in Vietnam. Foto: Katharina Alt

Eingelegte Karotten, Thai-Basilikum und Limettensoße: Im Mui Ne kann man sich seine vietnamesischen Pfannkuchen selbst rollen.

 

In Vietnam zu leben, ist nicht immer ein Spaß, findet Le Trong Nguyen. In Saigon zum Beispiel: der ganze Smog und die immerzu hupenden Autos. Nein, richtiges Heimweh habe man da nicht mehr, sagt der 37-Jährige. Nur die Sanddünen und die Palmen fehlten ihm ab und zu. Deshalb hängt im Mui Ne auch dieses riesige Strandposter an der Wand.

Nguyen stammt aus Mui Ne, diesem vielleicht bekanntesten aller Urlaubsorte in Vietnam. Abseits der Hotelburgen sind die Strände dort weiß und die Palmenwälder dicht. Tagsüber schaut man im Hafen den bunten Fischerbooten dabei zu, wie sie in den Wellen schaukeln, und abends bestellt man sich in einem Imbiss Bánh Xèo, einen vietnamesische Pfannkuchen.

Bánh Xèo ist ein klassisches Gericht für Mui Ne – für das Städtchen genauso wie für das gleichnamige Restaurant an der Ecke Cornelius- und Erhardstraße. Der Pfannkuchen wird in dem Lokal ganz authentisch als Bausatz gereicht: Auf dem Tisch landen Schälchen mit eingelegten Karotten, Mangostreifen und Thai-Basilikum, dazu wahlweise Tofu (14,50 Euro), Rind (15,90 Euro) oder Riesengarnelen (16,90 Euro). Die Zutaten können die Gäste dann selbst in Reisblätter einwickeln und sich dabei fühlen, als würde nur ein paar Meter weiter das Südchinesischen Meer anbranden.

Neben den Pfannkuchen gibt es im Mui Ne noch viele weitere asiatische Klassiker zu essen, etwa Bun Bo La Lot, die lauwarmen Reisnudeln mit Rind in Betelblättern (13,90 Euro) oder Canh Chua, die saure Gemüsesuppe mit verschiedenen Einlagen. Im Vergleich zum Vorgängerlokal, dem Green Leaf, in dem auch Einflüsse aus Laos und Kambodscha zu spüren waren, gibt es im Mui Ne jedoch nur noch ausschließlich vietnamesische Küche.

Le Trong Nguyen und sein Bruder Le Truc haben das Lokal Anfang des Jahres übernommen und vor gut zwei Wochen unbenannt. An der Inneneinrichtung hat sich nicht viel verändert. Die beiden Brüder haben zwischen den Fenstern Holzkonsolen eingezogen, um dem Lokal eine wärmere Atmosphäre zu verleihen. Die in wechselnden Farben leuchtende Bar ist jedoch erhalten geblieben, genauso das aus dem Green Leaf gewohnte Hellgrün, das immer noch den Raum dominiert und nur an einer Wand überdeckt ist: eben dort, wo das Strandposter aus Mui Ne hängt.

Erhardtstraße 15, Di. bis Fr., So. 12-14.30 Uhr und Di. bis So. von 17 Uhr an, Tel. 21111060

 

0 Kommentare