"Müssen Spanier überraschen" Deutsche U21 will Europameister werden

Die Jubel-Arie soll weitergehen: Die deutschen U21-Spieler beim Halbfinal-Sieg gegen England. Foto: firo/Augenklick

Trotz Stars wie Asensio und Ñíguez sieht sich die deutsche U21 im EM-Finale gegen Spanien keinesfalls chancenlos. Max Meyer und Co. wollen den Traum wahr machen und den ersten Triumph seit 2009 feiern.

Krakau - Jetzt will Deutschlands nächste Fußball-Generation auch den letzten Schritt machen. Im EM-Endspiel gegen Spanien am Freitag (20:45 Uhr/ZDF) wollen sich Max Meyer, Serge Gnabry und Co. mit dem Titel krönen. "Die Vorfreude ist riesig", sagte Maximilian Philipp. "Wir sind heiß und werden alles geben."

U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz erlebt seine Mannschaft "total fokussiert, weil wir noch nicht ganz fertig sind. Das gibt einem Trainer ein gutes Gefühl." Zum dritten Mal nach 1982 und 2009 steht eine DFB-Auswahl im Finale einer U21-EM, gegen Topfavorit Spanien will die Mannschaft nun den zweiten Titel nach 2009 holen.

"Jetzt stehen wir im Finale und wollen die eigene Geschichte vergolden", sagte Yannick Gerhardt mit Blick auf das viel beschworene Motto der aktuellen U21-Generation. "Wir müssen die Spanier überraschen, selbst mutig nach vorne spielen und dann unsere Chancen nutzen", forderte der Außenverteidiger.

GEGNER
Champions-League-Sieger Marco Asensio, Bayern-Schreck Saúl Ñíguez, Héctor Bellerín vom FC Arsenal: In der spanischen Startelf stehen einige internationale Stars. Trotz der bislang starken Leistungen der Iberer im bisherigen Turnierverlauf glauben die DFB-Junioren an ihre Chance. "Auch wenn das ein harter Brocken wird: So haben wir uns das Finale gewünscht", sagte Gerhardt. "Auch wenn es eine Floskel ist: In diesem Spiel ist alles möglich."

PERSONAL
Niklas Stark und Davie Selke waren nach dem Elfmeter-Krimi im Halbfinale gegen England noch angeschlagen. Ob es bei ihnen für einen Einsatz gegen Spanien reicht, stand nach dem Abschlusstraining am Donnerstag noch nicht fest. Wechsel in seiner Startelf hält Kuntz für möglich. "Der Trainer hat genug schwierige Entscheidungen, wen er aufstellt", sagte Philipp, der zuletzt von Beginn an spielte.

ANSPANNUNG
Die Nacht vor einem so wichtigen Spiel wie dem EM-Finale ist nicht die entspannteste - zumindest für Trainer Kuntz. "Wenn man das Gefühl hat, wir sind vorbereitet, wir haben alles gemacht, wir haben an alles gedacht, dann kommt schon irgendwann das Sandmännchen und überredet dich", sagte er schmunzelnd. Die Spieler haben es da einfacher. "Natürlich will ich unbedingt gewinnen, aber ich mache mir da keinen zu großen Kopf", sagte Philipp. "Sonst ist man verkrampft."

TEAMGEIST
Alle DFB-Spieler schwärmen vom großen Zusammenhalt innerhalb der Mannschaft. Nach jedem Spiel wird gemeinsam in der Kabine gesungen, auch die Auswechselspieler unterstützen die erste Elf. "Es ist schon Wahnsinn, was wir für einen tollen Zusammenhalt in der Truppe haben", sagte der Wolfsburger Gerhardt. "Wie jeder seine Leistung bringt, ob von Beginn an oder als Einwechselspieler."

Der Weg ins Finale

Spanien hat vor dem Endspiel der U21-EM gegen Deutschland nur zwei Gegentore zugelassen und alle vier bisherigen Partien in Polen gewonnen. Die deutschen U21-Fußballer unterlagen im letzten Gruppenspiel gegen Italien und bekamen insgesamt drei Gegentore.

DEUTSCHLAND

18. Juni in Tychy, Gruppenphase: Deutschland - Tschechien 2:0
Es ist kein glanzvoller EM-Start für die Auswahl von Stefan Kuntz, aber ein wichtiger Sieg. Max Meyer und Serge Gnabry treffen.

21. Juni in Krakau, Gruppenphase: Deutschland - Dänemark 3:0
Die DFB-Elf zeigt einen ihrer besten EM-Auftritte und gewinnt klar. Davie Selke, Marc-Oliver Kempf und Nadiem Amiri sind die Torschützen.

24. Juni in Krakau, Gruppenphase: Italien - Deutschland 1:0
Nur ein Punkt fehlt zum sicheren Weiterkommen. Aber die deutsche Auswahl spielt nervös und zittert sich als Gruppenzweiter weiter.

27. Juni in Tychy, Halbfinale: England - Deutschland 3:4 i.E. (2:2)
Es ist das beste Spiel der deutschen U21 in Polen: offensivstark, leidenschaftlich, mitreißend. Die DFB-Junioren verpassen die frühe Entscheidung, haben aber im Elfmeterschießen die besseren Nerven.

SPANIEN

17. Juni in Gdynia, Gruppenphase: Spanien - Mazedonien 5:0
Der erste Auftritt der Iberer ist ein Ausrufezeichen: Mit 5:0 wird EM-Debütant Mazedonien abgefertigt, Marco Asensio trifft dreimal.

20. Juni in Gdynia, Gruppenphase: Portugal - Spanien 1:3
Das entscheidende Spiel der Gruppe gegen Vorjahresfinalist Portugal gewinnt La Rojita ebenfalls und steht damit vorzeitig im Halbfinale.

23. Juni in Bydgoszcz, Gruppenphase: Serbien - Spanien 0:1
Coach Albert Celades bietet eine B-Elf auf, dennoch gewinnen die Spanier auch ihr drittes Spiel ohne größere Probleme.

27. Juni in Krakau, Halbfinale: Spanien - Italien 3:1
Es ist das wohl schwächste EM-Spiel der Iberer. Dank der Klasse von Dreifach-Torschütze Saúl Ñíguez zieht Spanien ins Endspiel ein.

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