München Vorläufige Sicherungsverwahrung für den „Westparkmörder“

Der Westparkmörder vor Gericht Foto: Ronald Zimmermann

MÜNCHEN - Er bleibt weiter weggesperrt. Nach dem Ende seiner Haftstrafe wird jener Mann, der vor 17 Jahren einen Jogger erstochen hat, in einer Anstalt untergebracht. Für wie lange, das entscheidet sich im Herbst.

 

Vorläufige Sicherungsverwahrung für den sogenannten Westparkmörder: Der Mann, der vor 17 Jahren einen Jogger im Münchner Westpark erstochen hat, kommt nach Ablauf seinerHaftstrafe am 9. Mai noch nicht auf freien Fuß. Das MünchnerLandgericht beschloss am Freitag seine vorläufige Unterbringung inder Sicherungsverwahrung, wie eine Justizsprecherin mitteilte. Ob dieSicherungsmaßnahme endgültig ausgesprochen wird, entscheidet sich beieinem Prozess im Herbst.

Der gebürtige Slowene, der zur Tatzeit 18 Jahre alt war, hatte denJogger im Oktober 1993 aus Mordlust mit einem Butterflymesserregelrecht niedergemetzelt. Das Verbrechen wurde erst Jahre späteraufgeklärt. Der Täter war in der Zwischenzeit wegen Totschlags ineinem anderen Fall zu fünf Jahren Jugendstrafe verurteilt und nachVerbüßung von 38 Monaten in seine Heimat abgeschoben worden.

Als sich ein Mitwisser der Polizei anvertraute, wurde der heute34-Jährige 1997 wegen des Westpark-Mordes verhaftet. Zwei Urteilegegen ihn nach Jugendrecht hob der Bundesgerichtshof auf. Auch in derdritten Verhandlung wendete das Landgericht das mildere Jugendrechtmit einer Höchststrafe von zehn Jahren an, machte aber von derMöglichkeit Gebrauch, die Untersuchungshaft nicht voll anzurechnen.

Vor Ablauf der Strafe beantragte die Staatsanwaltschaft dienachträgliche Sicherungsverwahrung, die seit kurzem auch nach demJugendstrafrecht ausgesprochen werden kann. Die Anklagebehörde hältden 34-Jährigen nach wie vor für sehr gefährlich. Er soll imGefängnis in Straubing wiederholt gegenüber Mithäftlingen undVollzugsbeamten gewalttätig geworden sein. Psychiater müssen nunklären, wie groß die Gefahr ist, die von ihm ausgeht. (ddp)

 

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