München-Parteitag OB-Wahl: Grüne nominieren Katrin Habenschaden offiziell

V.l. auf dem Parteitag der Grünen: Spitzenkandidatin zur Europawahl Henrike Hahn, Parteivorsitzende Gudrun Lux, OB-Kandidatin Katrin Habenschaden und der neu gewählte Parteivorsitzende Dominik Krause. Foto: Daniel von Loeper

Die Grünen wählen Katrin Habenschaden mit überwältigender Mehrheit zu ihrer OB-Kandidatin. Und auch an der Parteispitze gibt es Veränderungen.

München - Die Münchner Grünen haben am Wochenende zwei wichtige personelle Weichen für die Zukunft gestellt: Katrin Habenschaden wurde mit sensationellen 98 Prozent offiziell zur OB-Kandidatin gewählt. Die 41-Jährige wird bei der Kommunalwahl 2020 nun Dieter Reiter (SPD) herausfordern. Zudem gibt es ein neues Gesicht an der Parteispitze. Der junge Stadtrat Dominik Krause wird die Stadtgrünen künftig als Parteichef anführen. Der 28-Jährige wurde bei einem Parteitag am Samstag mit fast 90 Prozent in sein neues Amt gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Sylvio Bohr an, der aus beruflichen Gründen nicht noch einmal kandidiert hat.

Krause wird in der klassischen grünen Doppelspitze künftig gemeinsam mit Gudrun Lux den Stadtverband leiten. Die 38-Jährige konnte sich in ihrem Amt deutlich behaupten, musste dafür aber erst einmal einen beherzten Angriff von ihrer Konkurrentin Lyn Faltin abwehren.

Junges Führungsteam für den anstehenden Wahlkampf

Der Münchner Stadtverband wird damit nun mit einem recht jungen Führungsteam in den anstehenden Wahlkampf gehen. Nach dem furiosen 31,3 Prozent bei der Landtagswahl und dem Aufstieg zur stärksten Kraft in München werden die Grünen dabei das erste Mal so etwas wie die Gejagten sein. "Und wir merken auch schon jetzt, wie sich die anderen Parteien an uns abarbeiten", so der neue Parteichef Dominik Krause.

Der Wahlkampf dürfte wohl gekennzeichnet sein durch die bei der Landtagswahl so erfolgreiche Mischung: Da gehört eine ordentliche Portion gute Laune dazu. Schließlich, so war auf dem Parteitag zu hören, sei München immer noch die schönste Stadt der Welt. Es soll aber auch klare inhaltliche Akzente geben.

Gute Laune - aber kein reiner Spaßwahlkampf

Für einen reinen Spaßwahlkampf sei es nicht die richtige Zeit, sagte Krause. Denn das schöne Bild von München als liberaler Großstadt, "das gerät gerade ins Wanken", so Krause. Anfeindungen gegen Juden, Muslime, Schwule. Dazu die horrenden Mieten, die viele Menschen aus der Stadt vertreiben. Dagegen müsse man etwas tun.

Auch Katrin Habenschaden erklärte in ihrer umjubelten Nominierungsrede den Wohnungsmangel zu einem der Haupthemen. Zudem attackierte sie OB Reiter. Was der nicht alles versprochen habe, um die Verkehrswende zu schaffen. Busspuren, Fahrradstraßen, eine autofreie Altstadt – "wir haben uns schon wie in unserem eigenen Wahlprogramm gefühlt", so Habenschaden. Nur passiert sei leider mal wieder nichts.

"Die Groko gehört abgelöst"

Die Grünen wollen 2020 deshalb zurück in die Stadtregierung. "Die Groko gehört abgelöst", schimpfte Habenschaden. "Sie versteht die Probleme unserer Zeit einfach nicht." Da sei es besser, die Geschicke der Stadt in grüne Hände zu legen.

Ob es soweit kommt, wird man erst nächstes Jahr im März sehen. Aber ohne Zweifel surfen die Münchner Grünen gerade auf einer Erfolgswelle. Das kann man unter anderem auch an den Mitgliederzahlen sehen: Exakt 2303 Personen ist der Stadtverband aktuell stark. Das sind rund 1000 Mitglieder mehr als noch vor zwei Jahren

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