Müller-Wohlfahrt zuversichtlich Schweinsteiger beim Arzt: Für Chelsea wird es ganz eng

Um 8.39 Uhr betritt Bastian Schweinsteiger am Mittwoch die Praxis von Dr. Müller-Wohlfahrt. Der Doc will untersuchen, wie schlimm die Verletzung wirklich ist. Foto: Matthias Eicher

Zwar gibt es leichte Entwarnung – doch für den Bayern-Star wird es jetzt ein Wettlauf gegen die Zeit, um bis Freitag noch fit zu werden.

 

München - 8.39 Uhr, vor der Praxis von Doktor Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt in der Innenstadt. Ein Mann mit schwarzer Lederjacke und einer Kappe des Basketballteams Brooklyn Nets schlurft dem Eingang entgegen. Mit dem Handy am Ohr begibt sich hier Bastian Schweinsteiger zu einer eingehenderen Untersuchung seiner Verletzung am rechten Knöchel, die der 28-Jährige tags zuvor beim 1:1 im vorgezogenen Bundesliga-Spiel beim SC Freiburg erlitten hatte. Beim Bayern-Doc soll eine Kernspintomographie Aufschluss darüber geben, warum Schweinsteiger in Freiburg nach 77 Minuten vom Feld humpeln musste, nachdem er sich kurz zuvor den Knöchel verknackst hatte. „Es sieht nicht gut aus“, sagte Kapitän Philipp Lahm besorgt. Beunruhigend, angesichts der Tatsache, dass Schweinsteiger schon in der Vorsaison Probleme am rechten Sprunggelenk hatte und erst im Juni ein freier Gelenkkörper operativ entfernt werden musste („Ich konnte nicht mehr voll durchziehen“).

In der Praxis stellt Müller-Wohlfahrt – Spitzname „Mull“ – gestern fest: Schweinsteiger kann bald wieder spielen, Entwarnung! Der Mittelfeldspieler hat sich eine Gelenkstauchung und Kapselzerrung im rechten Sprunggelenk zugezogen. Als er jedoch um 10.23 Uhr die Praxis verlässt, sieht er nicht glücklich, nicht erleichtert aus. Schweinsteiger telefoniert erneut, hat eine CD mit den Untersuchungsergebnissen in der Hand. Die AZ fragt: Können Sie uns sagen, was sie haben? – „Nein“, die Antwort. Ist die Diagnose schlimmer, als befürchtet? – „Nein.“ Können Sie am Freitag gegen Chelsea spielen? „Ich sage nichts.“ Der Mann war schon mal fröhlicher.

Schweinsteiger überlässt es dem Verein, die Prognose für die Revanche gegen den FC Chelsea zu veröffentlichen. Denn die sieht nicht gut aus: Nur „im Idealfall“ könne Schweinsteiger am Abschlusstraining am Donnerstag für das Spiel um den Europäischen Supercup (Fr., 20.45 Uhr/ZDF und Sky) teilnehmen, schreibt der FC Bayern später auf seiner Homepage. „Doktor Müller-Wohlfahrt ist zuversichtlich, dass er das hinbekommt“, sagt Mediendirektor Markus Hörwick noch auf AZ-Nachfrage: „Bis zum Spiel ist noch viel Zeit.“ Schweinsteiger dagegen nimmt Chelsea nicht in den Mund, als er sich gegen Abend bei Facebook meldet: „Leider nur ein Unentschieden gegen Freiburg und im Spiel einen Schlag auf den Knöchel bekommen. Bin aber zuversichtlich, dass es am nächsten Spieltag gegen Hannover wieder besser läuft!“

Große Zweifel sind also angebracht. Dabei war doch fürs Duell zwischen Champions-League- und Europa-League-Sieger alles für die große Revanche fürs Königsklassenfinale 2012 ausgelegt. Schweinsteiger verschoss damals im Mai 2012 den entscheidenden Elfer im Elfmeterschießen. Didier Drogba traf anschließend tief ins Bayern-Herz, der beinahe herzzerreißende Schlussakkord einer unglaublichen Partie, die Bayern niemals verlieren hätte dürfen. „Ich kann mich noch genau an die traurigen Gesichter aller Spieler in der Kabine erinnern“, sagt Schweinsteiger seither.

Sollte der Vize-Kapitän in Prag tatsächlich nicht auflaufen können, steht Pep Guardiola vor einem Problem: Für die Position der alleinigen Sechs kommt angesichts der ebenfalls verletzten Thiago und Javi Martínez dann eigentlich nur noch Toni Kroos infrage. Der hat diese Position in einem so wichtigen Spiel aber noch nie gespielt.

 

0 Kommentare