Moosach Seppi Schmid will Kult-Döner retten!

Seppi Schmid besucht Habib und seinen Kult-Dönerladen. Offenbar schmeckt's. Foto: Martha Schlüter

Das Döner-Drama von Moosach wird zum Stadt-Politikum: Der Kult-Imbiss vom Bahnhof soll abgerissen werden und für immer verschwinden.  Doch der Besitzer kämpft.

 

Moosach - Halb zehn Uhr morgens in Moosach: Herzhaft beißen CSU-Stadtrat Josef Schmid und sein Parteikollege Alexander Dietrich, Vize-Chef des Bezirksausschussses Moosach, in einen von Habibs berühmten Dönern am Moosacher Bahnhof.

Einsam steht Habibs Dönerbude am Rand des Moosacher Bahnhofs zwischen Bauzäunen und abgeholzten Bäumen. Bald beginnt neben den S-Bahn Gleisen auf dem alten Bahnhofsgelände der Hotelbau. Deshalb soll der Imbisswagen von Habib Ur Rahman so schnell wie möglich verschwinden.

Doch der Imbissbudenbesitzer kämpft um seine Existenz. Er will seinen Imbisswagen erst wegbringen, wenn er einen neuen Standort zugesichert bekommen hat, zur Not den Baggern und Abrissbirnen trotzen.

"Dann helfen mir meine Kunden, den Wagen wegzurollen", sagt der 50-Jährige. Die Unterstützung der Moosacher ist ihm sicher. 5000 Unterschriften konnte er für den Verbleib am alten Standort sammeln. 

Jetzt greift die CSU ein: "5000 Unterschriften - das ist doch eine Öffentlichkeit", sagt Stadtrat Josef Schmid. Er will dem Imbissbesitzer helfen. "Ich werde ein Schreiben an alle Beteiligten verfassen", sagt der Stadtrat weiter. Das bisher keine Lösung für den Imbiss gefunden wurde, sieht Schmid in der fehlenden Kommunikation zwischen den Beteiligten.

Das Referat für Wirtschaft und Arbeit sendete Habib Ur Rahman lediglich ein Standardschreiben, sagt er. Darin verweist das Referat auf Immobilienseiten im Internet, auf denen er sich informieren könne. "Das ist doch keine aktive Hilfe", sagt Stadtrat Josef Schmid.

Habib Ur Rahman ist es gleich, welche Partei ihm hilft - Hauptsache, er kann seinen Imbiss weiter am Moosacher Bahnhof betreiben. "Mit mir redet inzwischen niemand mehr", klagt der 50-Jährige. 

Immerhin: BA-Vorsitzende Johanna Salzhuber von der SPD bat in der vergangenen Sitzung die Öffentlichkeit um Mithilfe, jetzt ist BA-Vize Alexander Dietrich vor Ort.

Auch ein Mitglied der Grünen-Fraktion im Stadtrat half Habib Ur Rahman. Zum 1. März sollte der Dönerbude der Strom abgedreht werden.

Rahman griff zum Telefonhörer und bat Josef Högel von den Grünen um Hilfe. Högel konnte mit einem Anruf bei CA Immo, den ehemaligen Besitzern des Geländes, dafür sorgen, dass der Strom für eine weitere Woche läuft: kostbare Zeit.

Diese Zeit will nun Stadtrat Josef Schmid nutzen: "Das könnte eine schwarz-grüne Zusammenarbeit werden", sagt Schmid und lacht. "Ich werde ein Schreiben an alle Beteiligten verfassen."

Der Dönerstand von Habib Ur Rahman könnte während des Hotelbaus nahe den Gleisen aufgestellt werden.

Und nach Fertigstellung des Hotelvorplatzes wäre es Habibs Traum, wieder an die alte Stelle zurückzukehren. "Ich bin so froh, dass endlich jemand kommt und mit mir redet", sagt er und schneidet weiter sein Dönerfleisch. Sogar um 10 Uhr morgens stehen die Leute schon Schlange.

 

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