Mittelfeld-Star geht voran FC Bayern: Warum Leon Goretzka der Länderspielgewinner ist

Leon Goretzka wusste in der Länderspielpause zu überzeugen. Foto: Tom Weller/dpa

Mittelfeld-Star Leon Goretzka vom FC Bayern überzeugt in der DFB-Elf. "Wenn er gesund bleibt, ist er eine feste Größe", sagt Bundestrainer Joachim Löw.

 

München - Peter Neururer hat es kommen sehen: "Er ist für mich immer noch einer der Hoffnungsträger der deutschen Nationalmannschaft", sagte der Ex-Wegbegleiter von Leon Goretzka unlängst im AZ-Interview, "weil er so flexibel und stark ist, ist er auf dem richtigen Weg, sich zur Weltklasse zu entwickeln."

Diese Erkenntnis hat Neururer nicht erst nach den überragenden Leistungen seines Ex-Schützlings in den Länderspielen gegen Weißrussland und Nordirland gewonnen, sondern schon vor sieben Jahren, als Goretzka aus der Jugend kommend beim VfL Bochum durchstartete. Sein Trainer: Neururer. Der sagt: "Solange Leon gesund ist, wird er mit Sicherheit immer zum Stammpersonal gehören – egal, wer bei Bayern spielt." Offenbar gilt dieser Satz auch für die Nationalelf, schließlich sagte Bundestrainer Joachim Löw auf die Frage, ob Goretzka ein Gewinner der Länderspiele sei: "Er macht das, was eine Abwehr schwer verteidigen kann: Er geht aus der Tiefe in die Spitze. Wenn er gesund bleibt, ist er eine feste Größe."

Wenn Goretzka fit ist, dann trifft er auch

Goretzka und die Verletzungen: Das ist eine längere Geschichte. Allzu oft machte ihm sein Körper (76 Kilo verteilt auf 189 Zentimeter) einen Strich durch die Rechnung. Schon im Mai 2014 gab der gebürtige Bochumer sein Debüt in der Nationalelf, tauchte dann verletzungsbedingt ab, in der U21 wieder auf und stand erst im Herbst 2016 wieder im Löw-Team. Aber noch immer war er nicht bei hundert Prozent: Mal bremste ihn die Hüfte aus, mal eine Sehne, zuletzt das Sprunggelenk.

Wenn aber nichts mehr zwickt, läuft es bei ihm: fünf Tore in der EM-Quali, zweitbester DFB-Torschütze hinter Überflieger Serge Gnabry, der neun Mal traf. Gegen Nordirland gelangen Goretzka die Treffer 10 und 11 im 25. DFB-Einsatz – keine schlechte Bilanz für einen Mann, der im Mittelfeld zu Hause ist, aber eben – frag nach bei Neururer – so flexibel ist, dass man ihn auch auf Rechtsaußen stellen kann. Nach den Spielen gegen Weißrussland und Nordirland rückt ein Stammplatz in der Start-Elf immer näher – und auch im ziemlich volatilen Mittelfeld des FC Bayern.

FC Bayern: Leon Goretzka überzeugt mit Demut

Was dabei nicht schadet: seine unaufgeregte Art. "Wir sind immer noch nicht da, wo wir hin wollen und hin müssen, um im Sommer Erfolg zu haben", sagte Goretzka nach dem 6:1 gegen die Nordiren, zu dem er zwei Treffer beisteuerte, "aber wir haben den nächsten Schritt gemacht. Wir wussten, dass der Eindruck bis März bleibt." Demütige Sätze, die jeder Trainer mag. Aber dass er die EM nicht als Zuschauer verfolgen will, macht er klar: "Das wird für uns wie eine Heim-EM in der Gruppenphase."

An Titeln hat der 24-Jährige noch Nachholbedarf: Meister, Pokalsieger sowie mit drei Treffern Torschützenkönig des Confederations Cups 2017, das war’s bisher. Sollte Goretzka von Verletzungen verschont bleiben, dürfte sich auch in Sachen Marktwert viel tun. Der ist zwar innerhalb eines Jahres von 40 auf 50 Millionen gestiegen, aber auch da ist auf dem Weg Richtung Weltklasse noch Luft nach oben. Neururer würde darauf wetten.

 

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