Mit Oppositions-Stimmen Griechenland: Parlament stimmt für drittes Hilfspaket

Ministerpräsident Tsipras war bei der Abstimmung auf die Mithilfe der Opposition angewiesen. Foto: dpa

Das Parlament in Athen hat am Freitagmorgen das neue Hilfsprogramm mit den damit verbundenen Sparauflagen gebilligt. Noch vor dem Ende der namentlichen Abstimmung hatten mehr als die mindestens nötigen 151 der 300 Abgeordneten im Parlament mit "Ja" votiert, wie das griechische Fernsehen berichtete.

 

Athen - Das griechische Parlament hat das neue Hilfsprogramm mit den damit verbundenen Sparauflagen am Freitag mit großer Mehrheit gebilligt. Ministerpräsident Alexis Tsipras, der nach Angaben von Mitarbeitern bei der Abstimmung nur 118 der 162 Abgeordneten seiner eigenen Koalition hinter sich bringen konnte, will nun binnen einer Woche die Vertrauensfrage stellen. Wie aus Regierungskreisen weiter verlautete, soll dies um den 20. August herum geschehen.

Nach einer mehr als siebenstündigen nächtlichen Debatte votierten 222 der 297 anwesenden Abgeordneten in namentlicher Abstimmung mit "Ja" und 64 mit "Nein", 11 Parlamentarier enthielten sich der Stimme.

Die Links-Rechts-Regierung verfehlte die für eine Minderheitsregierung nötige Mehrheit von 120 Parlamentariern um zwei Stimmen. Tsipras werde in den kommenden Tagen weiter die Regierung führen, bis die erste Tranche der neuen Finanzhilfe ausgezahlt sei.

Am Nachmittag werden die Finanzminister der Euro-Staaten um 15.00 Uhr bei einem Sondertreffen über die neuen Milliardenhilfen für Griechenland beraten. Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) und seine Kollegen sollen dabei entscheiden, ob Athen in den kommenden drei Jahren bis zu 86 Milliarden Euro erhalten kann.

 

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