Mit fieser Piraten-Masche München: Heiratsschwindler betrügt Frau um 140.000 Euro

Die Betrüger sitzen mittlerweile in Untersuchungshaft. (Symbolbild) Foto: dpa

Ein Betrüger gibt sich als millionenschwerer Wissenschaftler auf hoher See aus und betrügt mit dieser fiesen Masche eine 68-Jährige um mehr als 140.000 Euro.

 

München - So viel Seemannsgarn hat nicht einmal Jack Sparrow, der legendäre Seeräuber-Kapitän aus Fluch der Karibik gesponnen. Er sei Wissenschaftler auf einem Forschungsschiff auf hoher See, log der Heiratsschwindler. Eine Unternehmerin (68) fiel auf den Mann aus dem Internet herein und verlor mehr als 140.000 Euro.

Über Facebook lernte die Unternehmerin aus Niederösterreich den attraktiven Seefahrer im letzten März kennen. Anfangs war es Sympathie, dann wurde schnell mehr daraus. Der vermeintliche Wissenschaftler versprach der 68-Jährigen den Himmel auf Erden, er werde sie bis ans Ende ihrer Tage glücklich machen.

Betrüger erzählt von Millionen-Vermögen auf Schiff

Nach einiger Zeit rückte der Mann mit einem Problem heraus, dass ihm keine Ruhe lasse. An Bord des Schiffes habe er sein ganzes Vermögen – 7,3 Millionen Euro. Jederzeit könne das Schiff von Piraten angegriffen und geentert werden, behauptete der dreiste Schwindler.

Ab dem Punkt wird das Seemannsgarn dann wirklich grob: Er erzählte, ihm sei es gelungen, das Geld von Bord zu schaffen. Dazu habe er die Scheine sicherheitshalber einfärben müssen. Der Transport habe ebenfalls viel Geld gekostet. Die Bank müsse die Scheine entfärben, das koste nochmals Gebühren.

Er überredete die Frau, ihm finanziell unter die Arme zu greifen. Sie fuhr nach Linz, Wien und zweimal nach Dresden. In Paris übergab sie einem Italiener (44) und einem Kameruner (35) Geld – insgesamt mehr als 140.000 Euro.

Die Unternehmerin schöpfte Verdacht, weil ihr Verehrer großes Interesse an ihrem Geld zeigte, sie selbst aber nie treffen wollte. Im Juli ging sie in Österreich zur Polizei. "Zusammen mit den Kollegen in Bayern haben wir den Gaunern eine Falle gestellt", sagt Raimund Schwaigerlehner von der Polizei in Niederösterreich.

Fahnder nehmen den Heiratsschwindler am Hauptbahnhof fest

Die zwei Männer aus Paris wollten sich mit der 68-Jährigen in München nochmals treffen, in der Goethestraße am Hauptbahnhof. Hier sollte sie ihnen 30.000 Euro übergeben.

Fahnder nahmen die Betrüger fest. "Sie sitzen inzwischen in U-Haft. Sie sollen an die österreichische Justiz überstellt werden", sagt Polizeisprecher Benjamin Castro- Tellez.

Der Heiratsschwindler ist dagegen weiter in Freiheit und umgarnt vermutlich schon neue Opfer.

Lesen Sie auch: Fußgänger bei Unfällen in München verletzt

 

10 Kommentare

Kommentieren

  1. Ihre Daten können Sie in Ihrem Benutzerkonto ändern. Dieses finden Sie oben rechts .

loading