Mit feuchten Augen Im Deutschen Theater: Patrick Lindner trifft Mireille Mathieu

Herzliche Begegnung vor dem Auftritt: Patrick Lindner begrüßt Mireille Mathieu mit einem Handkuss. Foto: People Picture/Jens Hartmann

Mireille Mathieu gastiert im Deutschen Theater. Schlagerstar Patrick Lindner hat ihr begeistert zugehört – und die Sängerin für die AZ getroffen.

 

München - Diese Frau ist mir mein ganzes Leben lang, seit meiner Kindheit, immer wieder begegnet. Zuerst in den großen Peter-Alexander-Shows, als noch die ganze Familie zusammen vor dem Fernseher gesessen ist. Mein Vater war ein so wahnsinniger Fan von Mireille Mathieu, dass meine Mutter fast schon ein wenig eifersüchtig war (was sonst ganz selten vorkam).

Auch wenn man es ja fast nicht erzählen darf: Eine der ersten Platten, die ich vom eigenen Geld gekauft und in meinem Zimmer gehört habe, war von Mireille Mathieu. Darauf war der Song "Der Zar und das Mädchen" – und als ich den jetzt mit ihr live im Deutschen Theater erlebt habe, hatte ich Tränen in den Augen.

Wenn ein Künstler es schafft, das Publikum emotional so mitzunehmen, dass bei "Hinter den Kulissen von Paris" alles klatscht und schunkelt und im nächsten Moment bei einem französischen Chanson alle ergriffen und mit feuchten Augen lauschen, dann ist das eine Ausnahmeerscheinung auf der Bühne. Mireille Mathieu zieht die Menschen seit Jahrzehnten in ihren Bann. Mit ihrer Stimme. Und mit ihrem Können.

Mireille Mathieu: Eine Rampensau von Weltformat

Das hat sie dieses Mal wieder gezeigt. Gesanglich: einfach top! Auch wenn vielleicht die allerhöchsten Töne nicht mehr so sicher sitzen wie einst, spürt man: Sie gibt sich allergrößte Mühe und ist, auf gut Deutsch, eine Rampensau von Weltformat, ein Superprofi. Das gilt auch für ihr Orchester, drei Sänger und elf Musiker. Mireille in München – das erinnert mich zurück an die Zeit, als ich in der Küche vom Bayerischen Hof gearbeitet habe, in dem sie stets gewohnt hat bei ihren Gastspielen. Sie hatte immer dieselbe Suite im Palais Montgelas, ganz oben.

Es war ein wunderschöner Sommertag, ich kam gerade an bei der Arbeit, machte als erstes die Fenster auf – und sah, dass bei ihr oben alle Fenster offenstanden. Da dachte ich, "oh, Mireille Mathieu ist da! Jetzt mache ich ihr eine Freude" – und singe aus meinem Küchenfenster heraus: "Akropolis adieu, ich muss geeehn!" Das hallte so enorm im Innenhof, dass sie das oben natürlich hörte. Im nächsten Moment knallten – baff, baff, baff! – alle Fenster oben zu.

Daran muss ich oft zurückdenken. Damals hätte ich nie geahnt, dass ich die große Mireille Mathieu später einmal in meiner eigenen Fernsehshow als Stargast begrüßen kann. Das war ein Highlight, das mir klar gemacht hat, dass die Weisheit stimmt: Sei immer nett und freundlich zu allen Leuten, du weißt ja nicht, wo du ihnen nochmal begegnest.

 

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