Mini-Courts auf Dachterrassen Die Käfig-Kicker: Michael Rummenigge baut für Khedira und Co.

Über den Dächern von Turin: Sami Khedira war der erste Profi, für den Rummenigge einen Court auf der Dachterrasse anfertigte. Foto: Trendsport/privat

Das Geschäft von Michael Rummenigge, der für Profis Mini-Courts auf Dachterrassen anfertigt, boomt. Sami Khedira, Sandro Wagner und Mahmoud Dahoud gehören zu seinen Kunden.

 

München - Wie man es schafft, dass sein Geschäftsmodell in der Corona-Krise sogar noch besser funktioniert als zuvor? Michael Rummenigge muss lachen, als er diese Frage beantworten soll. Mit seinem Unternehmen Trendsport Rummenigge gelingt ihm nämlich genau das. "Wir haben unglaublich viele Anfragen", sagt der 56-Jährige im Gespräch mit der AZ. Auch und vor allem von Fußballprofis. Denn gemeinsam mit seinem Freund und Geschäftspartner Arnd Schade hat sich Rummenigge auf den Bau von Kleinspielfeldern spezialisiert.

"Kunstrasen, Tore, Bande, Netze – inklusive des Untergrunds. Wir bieten alles aus einer Hand an", erklärt Rummenigge: "Das fängt bei 40 x 20 Metern an und geht bis auf Dachterrassengröße runter." Spätestens seitdem Mo Dahoud während der Bundesliga-Zwangspause Einblick in sein "Homeoffice" - einen komplett mit Netzen umspannten Mini-Court auf der Dachterrasse - gab, boomt das Geschäft. Borussia Dortmunds Mittelfeldmann ist aber nicht der erste Profi, für den Rummenigge einen solchen Fußballkäfig angefertigt hat.

Das war Sami Khedira, der sich vor zweieinhalb Jahren seine Penthouse-Wohnung in Turin um einen maßgefertigten Fußballcourt erweitern ließ, den ein Logo mit seinen Initialen sowie die Wappen seiner Klubs zieren. Auch zum Fußball-Tennis-Court lässt sich Khediras Platz problemlos umfunktionieren. Den individuellen Wünschen sind keine Grenzen gesetzt. "Wir können schnell planen", sagt Rummenigge, "da kann relativ schnell innerhalb von 14 Tagen gebaut werden".

Zu den Käfig-Kickern gehört nun auch Ex-Bayer Sandro Wagner. "Er hat sich einen richtig schönen Außenplatz auf seinem Grundstück in Unterhaching bauen lassen", verrät Rummenigge. Wagner ließ sich einen Basketballkorb über dem Tor montieren, die Banden zieren das DFB-und das Bayern-Logo sowie die Namen seiner Kinder.

Michael Rummenigge, der Käfig-König

Mit seiner Firma hat Rummenigge seit 2005 europaweit schon weit über 100 solcher Anlagen geplant und realisiert. Die Kosten dafür liegen, je nach Sonderwünschen, in der Regel zwischen 5.000 und 50.000 Euro. Wer Rummenigges Wertarbeit in München begutachten möchte, kann das in der Sportscheck-Anlage in Unterföhring tun. "Da wo früher Reiten war und Boris Becker trainiert hat, haben wir eine Soccerhalle gebaut", sagt Rummenigge, der Käfig-König.

Bedenken, dass die Bestellungen nach der Corona-Krise zurückgehen könnten, hat Rummenigge keine. "Das mit den Profis ist ein Zusatzgeschäft", sagt er, "dann bauen wir halt wieder normale Plätze draußen". Die Nachfrage ist offenbar da – bei Jung und Alt. "Selbst der Franz (Beckenbauer, d.Red.) hat einen Platz in Salzburg. Am Hang direkt neben seinem Haus", sagt Rummenigge, "den haben wir aber leider nicht gebaut".

Padel-Tennis, die neue Trend-Sportart

Und den nächsten Trendsport, für den er mit seiner Firma Plätze errichtet, hat Rummenigge längst ausgemacht: Padel-Tennis. Einige Fußballprofis haben schon Gefallen an dieser Mischung aus Squash und Tennis gefunden, darunter Bayerns Javi Martínez, dessen Ex-Teamkollege Mats Hummels sowie Zlatan Ibrahimovic, der im schwedischen Jönköping sogar bereits ein Padel-Zentrum eröffnet hat. Jürgen Klopp bezeichnet Padel-Tennis sogar als seine Lieblingssportart und nutzt den Court auf der Vereinsanlage des FC Liverpool regelmäßig. "Dieser Sport wird jetzt nach Deutschland kommen", sagt Rummenigge, der in seiner Soccerhalle auch einen Padel-Tennis-Court betreibt.

Dass die Anlage in Münster aktuell noch geschlossen bleiben muss, bedauert er besonders. Dort steht der Ex-Profi ansonsten nämlich jeden Mittwochabend noch selbst auf dem Platz. "Das fehlt natürlich jetzt alles ein bisschen: Das Kicken, die anschließende Stammtischgeschichte und das ein oder andere Bierchen dabei."

Auch sein Bruder Karl-Heinz Rummenigge spielt da bisweilen gerne mit. 2014 nutzte der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern zum Beispiel im Rahmen des Pokalspiels der Münchner bei Preußen Münster die Gelegenheit dazu. Die Rummenigges gemeinsam auf dem Platz. Fast so wie früher. "Bei uns gab es keine Handys, kein Internet", erinnert sich Michael Rummenigge, "da gab es die Schule und danach sind meine Brüder Kalle, Wolfgang und ich rausgegangen zum Kicken – jeden Tag". Dann wurde Drei gegen Drei oder Vier gegen Vier gespielt. "Im Prinzip ist das, was wir damals auf der Straße gemacht haben, genau das gleiche wie jetzt auf diesen Kleinspielfeldern", sagt Rummenigge: "Und es macht immer noch Spaß, auch wenn es mit den Knien langsam schwierig wird."

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