Michi Högl und seine Fun Band 33 Tage Wiesn-Wahnsinn in München und Macau

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Michi Högl mit seinen Fans (l.): Auf die bayerische Musik der Högl Fun Band rasten die Oktoberfest-Besucher in Macau total aus. Rechts: Högl mit seiner Band im Weinzelt. Foto: Högl Fun Band/Stefanie Högl/AZ

Für Michi Högl und seine Fun Band geht’s nach dem Oktoberfest nach Macau, wo sie im Sitzen tanzen und Mozart-Perücken tragen.

 

München - Den "Amadeus" haben die Chinesen besonders gerne. Dafür zieht sich Michi Högl (53) eine weiße Perücke und einen lustigen Frack an und stolziert wie Falco über die Bühne. Dass Falco und Mozart Österreicher waren – geschenkt. Für die Chinesen ist’s bayerische Kultur.

"Nach kurzer Zeit ticken die komplett aus"

Seit acht Jahren fliegt Michi Högl mit seiner Fun Band jedes Jahr nach der Wiesn in die Spielerstadt Macau, um dort zwei Wochen auf dem Oktoberfest zu spielen. Mit dem Hebauf – dem Richtfest – im Weinzelt sind das 33 Tage Oktoberfest. Veranstalter in China ist das Megacasino MGM, das oberhalb der Poollandschaft ein Wiesnzelt für 2.800 Feierwütige aufbaut.

"Wenn alle Leute tanzen, fängt das Hotel zu schwingen an. Deshalb kam schon die Polizei", sagt Michi Högl. Die stets ausverkauften Abende beginnen immer etwas steif. "Doch nach kurzer Zeit ticken die komplett aus." Das Programm in Macau ist viel traditioneller aber auch schriller als im Weinzelt. "Die Chinesen stehen auf die bayerische Kultur."


Auch im chinesischen Qingdao wird Wiesn gefeiert. Foto: Friso Gentsch/dpa

Jeder Abend beginnt mit traditionellen Liedern: Kufsteinlied, Zillertaler Hochzeitsmarsch, "Er gehört zu mir". Zwischendrin spielt Michi Högl sogar das Alphorn. Dann kommt deutsche Rock- und Popmusik: Spider Murphy Gang oder "Ein Hoch auf uns". Zum Schluss spielt die Högl Fun Band die internationalen Hits. Da sind die Chinesen schon längst am Ausrasten. Aber nicht nur die Chinesen: "Das ist die größte Spielerstadt der Welt, da machen viele Unternehmen mal einen Betriebsausflug hin. Jungs von BMW aus München haben wir da auch schon getroffen."

Seit 18 Jahren spielt Högl im Weinzelt

Michi Högl spielt seit 1999 im Weinzelt auf der echten, originalen Wiesn. Damals ist er in die "Helmut Högl Band" seines Vaters eingestiegen, als der krank wurde. "Mein Vater hat hier schon gespielt, als nichts los war." Seit 2001 rockt Michi jeden Wiesnabend vier Stunden mit seiner Högl Fun Band durch. "Das Weinzelt ist Wiesn und Las Vegas in einem", schwärmt er. Michi Högl muss es wissen. Er hat überall auf der Welt gespielt. Im brasilianischen Blumenau muss es besonders wild zugehen. Es ist das größte Fest nach dem Karneval in Rio. Für die Wiesn do Brazil hat Högl den Hit "Hallo Blumenau" geschrieben. "Das hat mir in Macau mal begeistert ein Brasilianer vorgesungen." Gegessen haben wird der Brasilianer in Macau besser als in Blumenau. In Macau hat’s einen österreichischen Koch. "Das ist der Wettbewerb, in Blumenau die Weißwurst runterzuwürgen."

"Prost ihr Säcke" ruft Michi Högl immer wieder seinem chinesischen Publikum zu. "Wenn sie das verstehen würden, wären sie sauer mit mir. Denn in China geht es immer darum, das Gesicht zu wahren. Das ist für sie eine Beleidigung und gar nicht ihr Humor."

Was sie aber verstehen: Schunkeln. Das erklärt Michi Högl ihnen mit "dancing while sitting", also Tanzen im Sitzen. "Wenn ich damit anfange, schunkelt innerhalb von Sekunden das ganze Zelt."

Und wird recht viel getrunken auf dem chinesischen Oktoberfest? Högl wiegt den Kopf hin und her: "Die Chinesen können unheimlich gut Schnaps saufen, aber Bier ..." – er winkt ab. Wenn Michi Högl dann als Astronaut Major Tom verkleidet auf die Bühne kommt, sind die Chinesen schon gut betankt und völlig losgelöst.

Echte Münchner Mädels animieren die Chinesen. Foto: Högl Fun Band

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