Michael van Gerwen gewinnt Finale Bilder: So packend und verrückt war die Darts-WM

Volle Konzentration im Finale. Foto: dpa

Michael "Mighty Mike" van Gerwen (24) ist der jüngste Darts-Weltmeister der Geschichte. Es war eine packende WM mit Pfeilen, Partys und Paradiesvögeln. Die Bilder.

 

London – Sie tragen die verrücktesten Kostüme, setzen sich Bierkrüge auf den Kopf, verkleiden sich als Frauen oder imitieren ihre Helden: Bei der Darts-WM in London herrscht mal wieder Ausnahmezustand unter den Fans. Das Bier fließt in Strömen. Zehn Gläser pro Kopf und pro Tag sind normal. Da kann sogar die Wiesn einpacken. Natürlich auch am Mittwoch. Beim Finaltag. Unter den 2500 Zuschauern fanden sich Superhelden, Königinnen und Frisuren-Models.

Und doch wurden die Fans im altehrwürdigen Alexandra Palace auch gestern wieder von einem getoppt. Peter Wright ist der Paradiesvogel der Darts-WM schlechthin, trug gestern ein schwarzes Outfit mit endlos bunten Kringeln. Sein Spitzname: Snakebite (zu Deutsch: Schlangenbiss). Sein Gesicht ziert eine glänzende aufgemalte Schlange, auf seinem Kopf prangt ein Irokesenschnitt, den sein Träger allabendlich in den buntesten Farben anpinselt. Besser gesagt: seine Frau. Die ist nämlich Friseurin und stylt ihren Gatten.

Auch am Mittwochabend durfte seine Frau wieder ran. Da stand der 43-jährige Schotte im Finale der WM gegen Michael van Gerwen und war schon vor der Partie optimistisch: „Das Finale wird das einfachste Spiel.“ Der Sieger war aber am Ende van Gerwen und durfte sich über 250000 Pfund freuen, der Verlierer Wright immerhin über 100000. Seinen Gegner, den kahlköpfigen Holländer, nennen alle nur „Mighty Mike“. Mit 24 Jahren ist er der jüngste Weltmeister, stand bereits im vorigen Jahr im Finale und schaffte damals 17 perfekte Darts in Folge. Damit stellte er einen neuen Rekord auf und versetzte den Alexandra Palace und seine verrückten Party-Gäste in fast schon ekstatische Zustände.

Der „Ally Pally“ ist eine Kathedrale des Frohsinns. Jedes Jahr findet die WM hier statt. 16 Tage lang herrscht britische Rosenmontags-Stimmung. Abend für Abend pilgern 2500 Jünger in den Alexandra Palace. „Game on“, tönt es von der Bühne. Mögen die Spiele beginnen. Die Regeln sind einfach. Erlaubt ist, was Spaß macht. Verboten? Fußballtrikots etwa oder Obszönitäten auf die Schilder zu schreiben. Und wer zu offensichtlich sturzbetrunken ist, der fliegt raus. Die Jünger sind aber einiges gewöhnt. Alleine schon deshalb, weil Darts die Sportart der Kneipen und Pubs ist.

Die meisten Spieler der WM haben genau dort mit ihrem Siegeszug begonnen. Weil der Sport boomt wie selten zuvor, ist Darts in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Außenseiter, bierbäuchige Typen mit Tätowierungen, schräge Figuren werden auf der Bühne zu Volkstribunen. Einer von ihnen ist eben dieser Wright, der nicht nur mit seinem außergewöhnlichen Kopf-Styling auffällt. Wrights Kampfname leitet sich übrigens von seinem Lieblingsdrink ab. Der Snakebite ist eine Mischung aus Cider und hellem Lagerbier. Alleine schon deshalb passt Wright perfekt in den „Ally Pally“. Paradiesvögel und Bier sind hier schließlich an der Tagesordnung.

 

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