Messungen des Umweltbundesamtes Landshuter Allee: Zweitdreckigste Straße Deutschlands 2016

, aktualisiert am 31.01.2017 - 16:47 Uhr
Die Landshuter Allee weist die zweithöchste Stickstoffdioxid-Belastung in Deutschland auf. Foto: dpa

Laut den neuesten Messungen des Umweltbundesamtes ist der Wert an Stickstoffdioxid an der Landshuter Allee doppelt so hoch wie der zulässige Grenzwert. Nur eine Straße Deutschlands ist noch dreckiger.

 

München - Die Landshuter Allee ist und bleibt der Ort mit der größten Stickstoffdioxid-Belastung in Bayern: Der Gehalt in der Luft übersteigt dort den zulässigen Grenzwert um das Doppelte. Nur eine Straße in Deutschland weist einen noch höheren Wert auf: das Stuttgarter Neckartor.

Laut den neuesten Messungen des Umweltbundesamtes (UBA) lag der Jahresmittelwert des Stickstoffdioxid-Gehalts an der Landshuter Allee im vergangenen Jahr bei 80 Mikrogramm pro Kubikmeter. Zulässig sind 40 Mikrogramm. Auch am Münchner Stachus wurde der Grenzwert überschritten, hier ermittelte die Messstation im Jahresmittel 56 Mikrogramm.

Ort Umgebung Jahresmittelwert 2016 (Mikrogramm pro Kubikmeter)
Stuttgart, Neckartor städtisches Gebiet 82
München, Landshuter Allee städtisches Gebiet 80
München, Stachus städtisches Gebiet 56
München, Allach vorstädtisches Gebiet 26
München, Johanneskirchen vorstädtisches Gebiet 22
Hamburg, Habichtstraße städtisches Gebiet 62
Berlin, Silbersteinstraße städtisches Gebiet

52

Stickstoffdioxid-Belastungen im Stadt-Land-Vergleich, von den Städten wurde jeweils der höchste Wert herausgegriffen. (Quelle: eigene Darstellung, Daten des UBA)

Dieselautos tragen die Hauptschuld

An insgesamt 57 Prozent aller verkehrsnahen – sprich innerstädtischen – Mess-Stationen wurde der Grenzwert überschritten. Für das UBA liegt der Grund auf der Hand. "Seit Jahrzehnten gefährdet Stickstoffdioxid unsere Gesundheit. Schuld sind in den Städten vor allem alte Diesel-Autos", erklärt Maria Krautzberger, Präsidentin des UBA.

Etwa zwei Drittel des gesamten Stickstoffdioxid-Ausstoßes stammen laut Umweltbundesamt von Dieselautos, rund 22 Prozent von Nutzfahrzeugen. Der Anteil aller anderen Fahrzeuge ist gering.

Die Präsidentin des UBA übt Kritik an der nicht ausreichenden Einschreitung durch Politiker. "Es kann aus Sicht des Gesundheitsschutzes nicht akzeptiert werden, dass die Kommunen keine Handhabe haben, um beispielsweise Dieselautos mit höherem Ausstoß aus den belasteten Innenstädten auszuschließen."

Lesen Sie hier den AZ-Kommentar zum Thema: Dicke Luft? Was soll's

Stickstoffdioxid ist hoch giftig und kann Schwindel, Atemnot und andere gesundheitliche Schäden hervorrufen, wenn es in höheren Konzentrationen eingeatmet wird.

Ozon- und Feinstaubwerte so niedrig wie lange nicht

Doch es gibt auch gute Nachrichten: Ozon- und Feinstaubbelastung waren im vergangenen Jahr niedrig wie lange nicht. Das liegt vor allem am Klima, das die Konzentration von Feinstaub in den Innenstädten nicht zusätzlich verstärkt hat.

"Außer zu Beginn des Jahres blieben besonders feinstaubbegünstigende Wetterlagen aus, sodass 2016 die geringste Feinstaubbelastung seit 2000 gemessen wurde", so Krautzberger.

Zwar wurde der EU-Grenzwert nur am Stuttgarter Neckartor überschritten, doch die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt einen noch niedrigeren Wert.

Die Stickstoffdioxid-Belastung im bundesweiten Vergleich - nur punktuell in Großstädten steigen die Werte über den Grenzwert (rot). Quelle: UBA

 

11 Kommentare