Mentor von Bayern-Zugang erklärt Warum Goretzka und Heynckes perfekt zusammenpassen

Einst gemeinsam beim VfL Bochum: Trainer Peter Neururer (li.) und Leon Goretzka. Foto: firo/Augenklick

Einst trainierte Peter Neururer Leon Goretzka beim VfL Bochum. Im Gespräch mit der AZ erklärt der Bundesliga-Kult-Trainer, warum sich der Nationalspieler beim FC Bayern durchsetzen wird - und weswegen eine Konstellation Goretzka/Heynckes absolut passen würde.

München/Gelsenkirchen - Beim FC Bayern ist klar, dass Nationalspieler Leon Goretzka im Sommer kommt. Ablösefrei. Vom FC Schalke. Unklar ist bei den Bayern indes, ob Jupp Heynckes Trainer bleibt. Über den Sommer hinaus. Und wenn ja, für wie lange.

Zukunft von Jupp Heynckes ungewiss

Geklärt ist damit zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch nicht, ob die beiden Protagonisten künftig an der Säbener Straße zusammenarbeiten werden. Dass die Kombination Heynckes/Goretzka prächtig funktionieren dürfte, meint ein ehemaliger Mentor des Noch-Schalkers und Bald-Bayern.

Peter Neururer trainierte den heute 22-Jährigen Ende der Saison 2012/13 für mehrere Wochen beim VfL Bochum, ehe sich der DFB-Star dem FC Schalke anschloss - wo er nach Bekanntgabe seines Wechsel regelrecht angefeindet wird. Zudem hatte Neururer die Entwicklung des Mittelfeldstrategen schon während seines ersten Jobs als Bochumer Trainer zwischen Dezember 2001 und Juni 2005 bestens im Blick. Goretzka durchlief seinerzeit als Jugendlicher die Juniorenmannschaften des Ruhrpott-Klubs.

Leon Goretzka ist ein Kind des Potts 

Der künftige Bayern-Spieler ist wahrhaftig ein Kind des Potts, wuchs fünf Gehminuten vom Bochumer Stadion auf, wo er bis heute bei seinen Eltern lebt. Auch Bayern-Coach Heynckes wuchs tief im Westen auf, in Mönchengladbach, unweit von Bochum. Zuletzt betonte der 72-Jährige zudem, dass er aus "sozial schwachen Verhältnissen stamme. Meine Mutter hatte ein Lebensmittelgeschäft. Mit 12,13 Jahren habe ich Milch ausgetragen", sagte Heynckes im Gespräch mit dem kicker. "Die Milchkästen waren auf einem Handwagen, den ich gezogen habe; vor jedem Haushalt über eine Strecke von 1,5 Kilometern habe ich die Flaschen vor die Tür gestellt. Das prägt dich fürs Leben." Bescheidenheit pur.

Zum vierten Mal als Trainer beim FC Bayern: Jupp Heynckes.

Zum vierten Mal als Trainer beim FC Bayern: Jupp Heynckes. (Foto: dpa)

Warum Heynckes und Goretzka deshalb wohl gut miteinander könnten? "Charakterstärke gehört dazu, wenn man sich beim FC Bayern durchsetzen möchte. Losgelöst von den weiteren Talenten, die ein Spieler mitbringt", sagt Ex-Mentor Neururer im Gespräch mit der AZ über Goretzka. "Und Charakterstärke hat der Leon mit Sicherheit."

Peter Neururer: Leon Goretzka "total geerdet"

Mit Goretzka könne ein Trainer gar nicht nicht klar kommen, meint Neururer weiter. "Wenn man ihm mit normalem menschlichen Respekt begegnet, kann man mit ihm keine Schwierigkeiten bekommen. Er bringt Leistung, ist selbstkritisch, total geerdet. Der, der mit Leon Goretzka Probleme bekommt, sollte sich lieber selber hinterfragen."

Goretzka sei ferner sehr vernünftig, "in allen Lebensbereichen, emotional, aber kopfgesteuert. Leon ist intelligent, kommt vom Bindungsgrad her klar, ist zielgerichtet", erzählt Neururer im Gespräch mit der AZ weiter. "Er weiß, was er kann, was er will." 

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Als Schalker sei er traurig darüber, meint der 62-Jährige, "dass er meinen Verein verlässt. Aber man kann ihm zu diesem Schritt nach München nur gratulieren. Als Fußball-Fan freut es mich, dass er in der Bundesliga bleibt", sagt er. Neururer, der neben Bochum den 1. FC Köln, den MSV Duisburg und Hannover 96 trainierte, ist Mitglied bei Schalke 04.

Keine Rücksicht auf FC Bayern

Neururer glaubt indes auch, dass Goretzka sich weiter für die "Königsblauen" zerreißen werde, auch dann, ginge es gegen den künftigen Arbeitgeber FC Bayern. "Selbst, wenn er das DFB-Pokal-Finale gegen Bayern München spielen sollte", sagt er. "Er würde auch da alles geben, weil er ein sehr bewusster Fußballer ist." Ein bewusster Fußballer ganz nach dem Gsuto von Heynckes. Sollte dieser an der Säbener Straße bleiben. Und nicht nur Goretzka kommen.

 

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