Meinung Udes Erbe

Christian Ude weigert sich beharrlich, einen Nachfolger aufzubauen - nun sitzt ihm die CSU im Nacken. Foto: Gregor Feindt

Wenn mankeine anderenGötterneben sichverträgt: Willi Bock, Rathaus-Reporter der AZ, über die Ude-Nachfolge

 

Da waren es nur noch . . . Nein. Wir nennen keine Zahlen mehr. Denn die haben am Ende so oft nicht mehr gestimmt. Allein wie oft der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) aufhören und einen Nachfolger benennen wollte: Das kennen wir spätestens seit 2002: „15 Jahre sind genug“, oder seine Vorfreude auf „nie mehr Haushalt“. Und jetzt versucht er alle auszulachen, die ihn daran erinnern.

Doch bei all seinem Spott weiß er, dass es bei der Suche nach einem OB-Kandidaten der SPD bitter ist. Ein Franz Maget ging ihm von der Fahne. Jetzt die Krankheit der Bürgermeisterin Christine Strobl. Aber Ude hat auch ein Missbehagen, andere Götter neben sich zu haben.

Und eines kann er nicht leugnen. Außer dem Wirtschaftsreferenten Dieter Reiter waren alle Aspiranten schon bei der OB-Wahl 2008 bekannt! Da wäre die Chance groß gewesen, einen roten Neuling gegen den schwarzen Newcomer Josef Schmid durchzubringen. Jetzt zieht dieser Seppi Punkte sammelnd durch München. Ein OB-Kandidat der SPD könnte dagegenhalten und heute versuchen, die an Zustimmung verlierende SPD mit dieser Autorität aufzufangen.

Und es tut sich eine zweite Gefahr für die SPD auf: die selbstbewusster auftrumpfenden und sich von der SPD abgrenzenden Grünen. Sie haben es bei Europawahlen schon geschafft, die Nummer zwei vor der SPD zu werden. Sie reden schon vom ersten Grünen als OB. So sieht Udes Erbe eher nach einem schwarzen oder schwarz-grünen Rathaus aus.

 

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