Meinung Pro? Kontra? Beides!

CSU-Chef Horst Seehofer Foto: dpa

Warum sollich für etwassein und nichtgleichzeitigdagegen? Frank Müller, AZ-Politikchef, überwandlungsfähige Politiker

 

Zu den beliebtesten Erfolgsrezepten in der Politikgehört die Kunst der integrierten Dialektik. ZuDeutsch: Warum soll ich mich für Pro oder Kontraentscheiden, wenn ich auch beides schaffe? WirBayern haben hier jahrzehntelange Vorarbeit derCSU vorzuweisen. Die vormalige Staats- und Volksparteiernährte ihre Mandatsträger jahrzehntelangdurch ein klares Prinzip: In Berlin dafür, in Münchendagegen. Oder auch anders herum.

Wie es scheint, wird diese Praxis jetzt bundesweitsalonfähig. Etwa in Stuttgart: Da schafft es die SPDproblemlos, den neuen HauptbahnhofStuttgart 21 zu beschließen– um danach dagegenzu sein. Auf den umgekehrtenWeg bereiten sich gerade dieGrünen vor: Sie protestierengegen das Projekt – um demnächstdie Landesregierung zuübernehmen und den Bau weiterzuführen.

Dabei haben die Münchner Grünenübrigens lange Jahre erfolgreich vorgearbeitet: miteiner klaren Politik gegen Flughafen-, Messe- undAutobahnbau in einer Koalition mit Christian Ude,der ungerührt alle Großprojekte vorantrieb. Höhepunktdieser Entwicklung wird sein, wenn ein Grünen-Bürgermeister die Münchner OlympischenSpiele von 2018 eröffnet.

Marktführer momentan ist jedoch die Union, diezwar so heißt, aber keine ist: Für und gegen Integration,für und gegen Zuwanderung, für Merkel, aberauch für Guttenberg und vor allem für und gegenSeehofer zugleich. Alles klar!

 

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