Mehr Raum für Fußgänger München soll Nachbarschaftsstraßen bekommen

Flanieren hier schon bald Anwohner? Die südliche Auffahrtsallee könnte eine Nachbarschaftsstraße werden. Foto: Google

Mehr Platz zum Verweilen, Spielen oder Flanieren ohne viel Verkehr: Das sollen die Nachbarschaftsstraßen ermöglichen. Grüne und SPD wollen sie in ganz München testen.

 

München - Mehr Raum für Fußgänger, weniger Raum für Autos. Was mit den temporären Gastro-Flächen auf Parkplätzen bereits in der Umsetzung ist, könnte schon bald auch fürs Verweilen, Sporteln oder Flanieren gelten. Die grün-rote Koalition im Rathaus will das mit den Nachbarschaftsstraßen nun temporär in München erproben - und dafür bisherige reine Autostraßen umwandeln. Einen entsprechenden Antrag stellten beide Fraktionen nun an OB Dieter Reiter (SPD).

Die Verwaltung soll prüfen, ob in jedem Stadtbezirk Münchens mindestens eine temporäre Nachbarschaftsstraße eingerichtet werden kann. Zwei Varianten haben die Stadträte dabei im Blick: Entweder die Einrichtung eines verkehrsberuhigten Bereichs für die gesamte Dauer (also rund um die Uhr für einige Wochen), in dem Fußgänger stets Vorrang haben, der jedoch im Schritttempo auch von Fahrrädern und Kraftfahrzeugen befahren werden kann. Oder die Einrichtung von echten Spielstraßen mit einem Verbot für Fahrzeuge aller Art für jeweils wiederkehrende feste Zeiten (etwa jeweils samstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr).

Südliche Auffahrtsallee bald verkehrsberuhigt?

Die BBezirksausschüsse sollten jeweils geeignete Straßen vorschlagen. Straßen, die vom ÖPNV genutzt werden, sollen aber nicht als Nachbarschaftsstraßen ausgewiesen werden. Von den Grünen hieß es auf AZ-Nachfrage, es solle sich zum Beispiel um die Westenriederstraße, die Ehrengutstraße und die Südliche Auffahrtsallee handeln - durchaus frequentierte Orte also.

Dass derlei Vorhaben vor allem gut mit den Anwohnern abgestimmt und kommuniziert werden muss, scheint den Stadträten klar zu sein. "Insbesondere im Falle der Ausweisung von 'echten Spielstraßen' müssen die Anwohner im Vorfeld wissen, zu welchen Zeiten sie nicht durchfahren oder parken können, um vorab ein Fahrzeug außerhalb des Bereichs zu parken", schreiben die Politiker in ihrem Antrag.

Testphase bis Ende der Sommerferien

Geplant sind die Nachbarschaftsstraßen mindestens bis zum Ende der Sommerferien im September. Es sei aber denkbar, "die temporären Fußgängerzonen über das Ende der Sommerferien hinaus bis in den Herbst hinein auszuweisen. Dies ist mit den örtlichen Bezirksausschüssen abzustimmen", heißt es weiter.

Grundsätzlich ist die verkehrspolitische Richtung klar. "Im Sommer kann unkompliziert ausprobiert werden, was irgendwann dauerhaft Realität werden soll: Die Umwidmung von Raum für Autos in Raum für Menschen", so Grüne und SPD.

 

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