Mehr Party in München Bis Mitternacht draußen feiern - das geht!

Bis Mitternacht noch draußen sitzen in München: Das wünschen sich viele Gäste. Und siehe da: Es klappt. Foto: dpa

In München um 23 Uhr in der Kneipe oder im Biergarten reingehen oder nach Hause? Muss nicht sein. Das hat in diesem Sommer ein Test des KVR bewiesen

 

München - Gefühlt ist der Sommer seit Tagen schon vorbei, mit lauen Nächten rechnet in der Stadt heuer niemand mehr.

Da trifft es sich, dass gerade auch das Experiment des Kreisverwaltungsreferats ausgelaufen ist: In den letzten drei Monaten durften die Wirte, die ihre Freischankflächen sonst bis 23 Uhr geöffnet haben dürfen, von Freitag auf Samstag und Samstag auf Sonntag bis Mitternacht draußen bewirten. „Wir ziehen eine positive Bilanz”, sagt Daniela Schlegel vom KVR, „die Beschwerden liegen in einem sehr überschaubaren Bereich.“

Jetzt sammelt die Behörde Erfahrungsberichte bei Polizeipräsidium, Bezirksausschüssen, dem Referat für Gesundheit und Umwelt und dem Hotel- und Gaststättenverband, um am Ende eine Beschlussvorlage für den Stadtrat zu erstellen. Der wiederum entscheidet dann über eine Lockerung der Freischankflächenregelung.

„Wie genau unsere Vorlage aussieht, hängt von den Erfahrungsberichten ab“, sagt Schlegel.

Nächsten Sommer schon könnte eine liberalere Regelung für Münchens Terrassen-Öffnungszeiten umgesetzt werden. Viele Wirte allerdings haben es gar nicht erst gewagt, ihre Gäste länger draußen sitzen zu lassen, nicht einmal auf Probe.

Im Vorfeld hatte das KVR alle Gastronomen auf das Experiment hingewiesen, aber auch auf die Risiken: Sollte es Beschwerden geben, könnte eine Lärmpegelmessung angeordnet werden, die Freischankflächen-Öffnungszeit sogar auf 22 Uhr zurückgestuft werden.

„Im Sommer draußen nur bis 22 Uhr offen zu haben – dann kannst über den Sommer gleich zusperren”, sagt Wolfgang Götz, der in der Pestalozzistraße die Szenebar „Zum Wolf” betreibt.

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Wie viele seiner Kollegen ist er das Risiko lieber nicht eingegangen. Gerade Kneipen, die sowieso zum einen oder anderen Nachbarn nicht das lockerste Verhältnis pflegen, schlossen lieber wie gehabt um 23 Uhr.

„Diese Regelung gab es nicht nur während der Probezeit, das war immer schon so“, sagt Schlegel, „wir wollten fair sein und die Wirte darauf hinweisen.“

Tom Zufall, der am Holzplatz sein „München72” betreibt, ist mit der längeren Öffnungszeit auf Probe gut gefahren: „Bei uns ging es sehr locker zu. Und auch wenn der Sommer nicht besonders toll war, konnten die Gäste länger unter der Markise hocken bleiben. Bei uns ist es recht entspannt, Nachbarn haben sich keine beschwert.”

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Wie Anwohner die längeren lauen Nächte annehmen, wenn nächstes Jahr mehr Kneipen mitziehen, bleibt abzuwarten. Aber ein erster Schritt in Richtung liberalere Öffnungszeiten ist jetzt getan.

Und damit die Gäste auch länger draußen sitzen bleiben wollen, muss der kommende Sommer schöner werden. Dagegen hätte sicher niemand etwas einzuwenden.

 

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