Mehr Geld, aber Forderungen So viele Millionen will der Löwen-Sponsor in den TSV 1860 stecken

Nicht die besten Freunde: Investor Hasan Ismaik (l.) und Löwen-Präsident Robert Reisinger. Gibt es jetzt Geld vom Hauptsponsor? Foto: Rauchensteiner/Augenklick/dpa/AZ

Hauptsponsor "die Bayerische" will sein finanzielles Engagement beim TSV 1860 ausweiten - setzt die Löwen im Gegenzug aber unter Druck. Die AZ verschafft einen Überblick.

 

München - "Einige haben 2011 vorausgesagt, dass es den Verein bald gar nicht mehr geben wird. Nächstes Jahr wird 1860 aber 160 Jahre alt." Als Martin Gräfer, Vorstandsmitglied bei 1860-Hauptsponsor "die Bayerische" über die Löwen referierte, schwang ein wenig das Pathos mit, das den Sechzig-Kosmos umgibt.

Deutlich mehr Geld für den TSV 1860

Dass die Perspektive für die Giesinger schnell wieder eine bessere wird, daran will der Trikotsponsor auch diesmal mithelfen – und kräftig in den finanziell angeschlagenen TSV investieren. Es geht um Millionen – Geld, das die Sportliche Leitung um Geschäftsführer Günther Gorenzel und Trainer Daniel Bierofka dringend braucht. Geld, das, geht es nach der Bayerischen, schnellstmöglich fließen soll. "Wir werden das Sponsoring um einen hohen zweistelligen Prozentsatz erhöhen", erzählte Gräfer auf der Bilanz-Pressekonferenz des mittelständischen Versicherers (500 Millionen Euro Brutto-Beitragseinnahmen in 2018). Konkrete Zahlen nannte Gräfer nicht.

Die AZ weiß jedoch: "Die Bayerische" ist bereit, künftig knapp mehr als eine Million Euro statt bislang 700 000 Euro jährlich in die Profis des TSV 1860 zu investieren. Und das schon ab kommender Saison. "Aktuell sind wir in Gesprächen mit der KGaA der Löwen", erklärte der Vorstandsvorsitzende Dr. Herbert Schneidemann der AZ. Für die Kaderplanung der Spielzeit 2019/20 sei man freilich "zu spät" dran, meinte Schneidemann. Dem Vernehmen nach ist "die Bayerische" mit ihrem Sponsoring schon jetzt unter den Top 3 der Dritten Liga.

Der Hauptsponsor bietet aber nicht nur, sondern nimmt die Löwen in die Pflicht. Laut Gräfer kann Sechzig "mit dem Budget für nächstes Jahr arbeiten". Nach AZ-Informationen liegt dieses ohne Aufstockung vom Hauptsponsor bei rund drei Millionen Euro. Gräfers Aussage ist auch ein Fingerzeig an die Sportliche Leitung, die reihenweise (und öffentlich) die Wettbewerbsfähigkeit angezweifelt hatte.

Kreativität vom TSV 1860 gefordert

Eine weitere Botschaft von Gräfer: "Geld alleine schießt keine Tore, es braucht Kreativität. Wir wollen gemeinsam mit 1860 in den nächsten drei Jahren zurück in die Zweite Liga." Genau für so lange ist (vorerst) das gesteigerte Sponsoring ausgelegt, sollten sich beide Seiten einig werden.

Mehr noch: "Die Bayerische" schlägt laut Schneidemann eine Investorengemeinschaft aus "Münchner Persönlichkeiten und Unternehmern" vor und bekundete Interesse, bei einer von Oberlöwe Robert Reisinger vorgeschlagenen Kapitalerhöhung Anteile zu erwerben. Nach AZ-Informationen ist das Ziel, gemeinsam mit einem Zweit- und Drittinvestor rund fünf bis sieben Millionen Euro zu investieren und dafür gemeinsam rund zehn bis 15 Prozent der Anteile zu erwerben.

Der Haken: Der Aufsichtsrat der KGaA müsste einer solchen Kapitalerhöhung zustimmen. Und: Investor Hasan Ismaik müsste bei einem Ja nachziehen und im selben Verhältnis neues Geld freimachen, um die Aktienmehrheit nicht zu verlieren. Innerhalb kürzester Zeit ließen sich so zehn bis 12 Millionen Euro für die Profis mobilisieren, so die Rechnung.

Würden sich der e.V. und Hasan Ismaik einigen?

Wieder einmal hängt alles davon ab, ob sich der e.V. und Ismaik einigen können. "Wir werden uns in den Streit nicht reinziehen lassen", sagte Schneidemann der AZ. "Wenn wir Gefahr laufen, dass es Image schädigend wird, schalten wir uns ein, das können wir dann nicht dulden. Und: Zusätzliches Geld bedeutet zusätzliche Leistung."

Lesen Sie hier: Ringlstetter über 1860 - "Was macht der Investor noch da?"

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