Mega-Umbau Großhadern: So wird der neue Klinik-Campus

Das Uniklinikum in Großhadern wird in den kommenden Jahren komplett umgebaut. Ein Mega-Projekt. (Archivbild) Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Das Uniklinikum stellt die aktuellen Pläne für das Mega-Bauprojekt vor und verteidigt die umstrittene Schneise für den Rettungshelikopter.

 

München - Man kann wohl getrost von einem Jahrhundertprojekt sprechen, beim Neubau des Klinik-Campus in Großhadern. Statt einem großen Gebäude entstehen hier in den nächsten 20 bis 25 Jahren (derzeitige Schätzung) statt einem großen Bau zunächst mehrere Organzentren für die verschiedenen medizinischen Bereiche – unter anderem das Neue Hauner und das Herz-Lungen-Gefäß-Zentrum (HLG) mit dem Hubschrauberlandeplatz. Im zweiten Bauabschnitt wird das als "Toaster“ bekannte Bettenhaus abgerissen und neu gebaut.

Das Uniklinikum hat am Montag den aktuellen Planungsstand für das Projekt vorgestellt, der vor allem die Standorte der Neubauten und die Einflugschneise für den Rettungshubschrauber beinhaltet. Wie der Campus genau ausschauen soll, wird sich im laufenden Architektenwettbewerb herausstellen. Der ist seit Ende Januar ausgeschrieben, ab Juni sollen ausgewählte Teams dann die Pläne entwickeln. Mit einem Ergebnis rechnet Klinik-Chef Karl-Walter Jauch Ende August 2020.

Forschungsabteilung zieht nach Martinsried

Die Bauphase startet laut Planung 2021 mit dem Parkhaus mit etwa 1700 Stellplätzen im nordöstlichen Eck des Areals. Zu den dortigen Anwohnern hin ist eine Grünfläche eingeplant. Das Onkologische Zentrum soll südlich davon entstehen. Westlich des Parkhauses, also entlang der Südseite der Marchioninistraße, ist das HLG geplant, direkt neben der Notaufnahme mit OP-Zentrum und Schockraum gelegen. Auf dem HLG-Dach befindet sich dann der Landeplatz für den Rettungshubschrauber.

Nördlich der Machioninistraße steht derzeit die Baracke einer Forschungsabteilung, die nach Martinsried umziehen wird. An dieser Stelle entstehen zwei Gebäude von LMU und Klinikum für Pathologie und experimentelle Forschung. Südlich der Onkologie werden außerdem Verwaltungsgebäude entstehen – hier werden derzeit in der Stadt verstreute Stellen gebündelt. Das Neue Hauner wird im südwestlichen Bereich gebaut, der Park bleibt bestehen. Die übrige Fläche ist der Ideenbereich, der mit Beginn des ersten Bauabschnitts überplant werden soll.

Fertig soll all das – so hofft Jauch – 2029 sein. Dann wird der Toaster abgebrochen und durch ein neues Bettenhaus ersetzt. Die zweite Bauphase wird wohl mindestens acht weitere Jahre in Anspruch nehmen, darüber gibt es aber noch keinen konkreten Zeitplan.

Ärger um Hubschrauberlandeplatz

Am umstrittensten in dem Projekt ist der Haubschrauberlandeplatz auf dem HLG, genauer gesagt die Einflugschneise aus südöstlicher Richtung. Der Heli fliegt dann über Wohngebiet, die Anwohner protestieren dort bereits aus Furcht vor massivem Lärm.

Das Klinikum verteidigt den Platz. Durch die deutlich kürzeren Wege würden im Notfall lebensrettende Minuten gespart. Der Helikopter könne das Dach nicht – wie den Hangar – an der Westseite von Süden her anfliegen, weil dort das Bettenhaus im Weg steht. "So ein Hubschrauber muss nach dem Luftfahrtrecht beispielsweise auch durchstarten können“, argumentiert Jauch weiter.

Er betont, dass nur Landungen mit Notfall-Patienten hier stattfinden sollen. Das sei nur etwa ein Viertel aller Flugbewegungen. Kehrt der Hubschrauber von einem Einsatz, bei dem der Patient in eine andere Klinik geliefert wurde, zurück, landet er am Hangar. Dorthin kehrt er auch jedes Mal zurück, wenn ein Patient am HLG abgeliefert wurde. Der Verkehr soll nach den Gutachtern im tolerablen Bereich bleiben, die Zahl der Stellplätze am Klinikum bleibt gleich.

Der Freistaat investiert dafür viel Geld: Rund eine Milliarde wird das Megaprojekt kosten, sagt Philipp Wiedemann vom Staatlichen Bauamt München 2.

LMU Klinikum Großhadern: Bauvorhaben in der Übersicht

  • 1. Forschungsbauten: Für Diagnostik und Forschung mit 6.500 Quadratmetern Nutzfläche
  • 2. Neubau Diagnostikum: Gemeinschaftliches Diagnostikzentrum der LMU, 14.000 Quadratmeter Nutzfläche
  • 3. Parkhaus/Parkpalette: Mit zirka 1.700 Stellplätzen
  • 4. Neubau Herz-, Lungen und Gefäßzentrum: Organzentrum für Herz-, Lungen- und Gefäßerkrankungen mit Hubschrauberlandeplatz, zirka 28.000 Quadratmeter Nutzfläche und 430 Betten
  • 5. Neubau Onkologisches Zentrum: Interdisziplinäres Organzentrum für Tumorerkrankungen, 26.000 Quadratmeter Nutzfläche, 188 Betten
  • 6. Verwaltungsgebäude: Zwei Bürogebäude mit 80 bis 100 Büroarbeitsplätzen
  • 7. Noch nicht überplant: Dieses Baufeld wird erst im zweiten und in den darauf folgenden Bauabschnitten entwickelt
  • 8. Neues Hauner: Die Haunersche Kinderklinik zieht vom Standort Innenstadt um, zirka 18.000 Quadratmeter Nutzfläche

Uniklinikum - Der Zeitplan

Die Planungen für den ersten Bauabschnitt:

  • Juni 2019: Beginn des Planungswettbewerbs
  • August 2020: Ende des Wettbewerbs
  • 2021/2022: Bau des Parkhauses
  • Cirka 2024/25: Baubeginn erster Bauabschnitt
  • Cirka 2029/30: Fertigstellung erster Bauabschnitt mit Landeplatz

Das passiert mit dem Campus Innenstadt

Das mit den Geburtskliniken ist ja immer so eine Sache: Erst gibt’s immer zu wenige davon und bisweilen müssen sie dann auch noch umziehen. Die Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe, die sich derzeit noch in der Maistraße befindet, wandert nach Großhadern. Ende 2020 soll der Umzug nach derzeitiger Planung durch sein. Noch im Gespräch sind Ambulanzen und das Brustzentrum.

Ein wenig länger dauert’s noch für das Haunersche Kinderspital und das darin befindliche Integrierte Sozialpädiatrische Zentrum der LMU. Sie werden erst 2025/26 ebenfalls nach Großhadern umziehen – in das hier entstehende Spital "Das Neue Hauner“.

Teile der innerstädtischen Klinik werden aber im Areal um die Nußbaumstraße bleiben. In der dort entstehenden neuen Portalklinik an der Ecke Ziemssenstraße kommt beispielsweise eine Geburtshilfestation unter.


Am 28. März gibt es im Hörsaal des Uniklinikums ein Planungsgespräch für die Bevölkerung. Beginn: 18.30 Uhr

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