Mediziner schlagen Alarm So gefährlich sind die Wiesn- Fahrgeschäfte

Skater: Laut Wirbelsäulen-Liga mit 10 von 10 Punkten für Rückenpatienten das gefährlichste aller Fahrgeschäfte: Die Seitwärtsbewegungen sind vor allem für die Halswirbelsäule problematisch. Bei Vor- und Zurückbewegungen besteht die Gefahr eines Schleudertraumas wie bei einem Auffahrunfall. Extreme Ausschläge des Kopfes nach vorn sind möglich. Die Füße hängen frei aus der Gondel, so dass beim Hin- und Herschwingen auch die Lendenwirbelsäule im Beckenbereich kippen kann und die Bandscheiben belastet. Tipp: Nicht außen sitzen, lieber möglichst nah an der Achse, und den Kopf nie nach vorn aus dem Schutzbügel neigen. Foto: Lennart Preiss, dapd

Orthopäden sehen die rasanten Attraktionen kritisch: Es drohen Zerrungen, Prellungen und sogar Schäden der Wirbelsäule, sagen sie

 

Freilich ist Reinhard Schneiderhan den „Skater“ schon selbst gefahren. „Das macht doch auch Spaß“, gibt der Orthopäde und Wirbelsäulenliga-Präsident zu. Seine Patienten will er vor diesem Spaß jedoch warnen: Wer Rückenprobleme hat, schaukelt sich in vielen Fahrschäften schnell zum Bandscheibenvorfall. Schneiderhan hat eine Top Ten der gefährlichsten Wiesnfreuden aufgestellt – und warnt: Wer nach dem Bierzeltbesuch fährt, begibt sich in noch größere Gefahr.

„Die Reaktionsfähigkeit ist eingeschränkt, die muskuläre Schnelligkeit ist dann nicht mehr so da.“ Zerrungen sind die häufigsten Verletzungen, die sich Leute in den Fahrgeschäften einfangen. Auch Prellungen holen sich viele. „Während und nach der Wiesn haben wir in etwa zehn Prozent mehr Halswirbelsäulenpatienten als sonst“, sagt Schneiderhahn. „Viele, die schon vorbelastet waren, aber auch Patienten, die zum ersten Mal Bekanntschaft mit ihrer Halswirbelsäule machen.“

Wer in ein wildes Geschäft einsteigt, sollte schauen, dass er gerade sitzt und die Bügel gut passen – „Ein kräftigerer Mensch sollte nicht mit einem sehr schlanken zusammen fahren“, sagt Schneiderhahn. Wenn ein, zwei Tage nach dem Fahren noch Beschwerden bestehen, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

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